Silber für Schiegl/Schiegl bei Rodel-WM: Doppelsitzer holt in Igls nächstes Edelmetall

Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger Vierte Duo Penz/Fischler rutscht aus Medaillenrängen raus

Silber für Schiegl/Schiegl bei Rodel-WM: Doppelsitzer holt in Igls nächstes Edelmetall

Das große Ziel des österreichischen Rodel-Teams, am Schlusstag der Heim-Weltmeisterschaft noch einmal eine Medaille zu holen, ist aufgegangen. Im Doppelsitzerbewerb holten sich die Old-Boys aus der ÖRV-Mannschaft, Tobias und Markus Schiegl, die Silbermedaille. Hinter den deutschen Doppelweltmeistern Patric Leitner/Alexander Resch ging Bronze überraschend an das US-Duo Grimmette/Martin. Für Österreich hatte es zuvor bereits Bronze im Teambewerb gegeben.

Nach dem ersten Durchgang führte das deutsche Doppel aus dem bayrischen Königssee, doch in Lauerstellung lagen gleich zwei österreichische Teams. Peter Penz/Georg Fischler auf Platz zwei, Schiegl/Schiegl, die Rodel-Cousins aus Langkampfen bei Kufstein, auf Platz drei. Die Doppelolympiasieger Andreas und Wolfgang Linger hatten kleinere Fehler und waren nur Sechste.

Im Entscheidungslauf knallten Schiegl/Schiegl nach einem Startrekord eine Traumzeit in den Igler Eiskanal und verbesserten sich mit Laufbestzeit noch auf Rang zwei. "Ein Superergebnis, ein Traum ist aufgegangen", frohlockte Tobias Schiegl im Ziel. Der Routinier im heimischen Team, der bereits 1996 in Altenberg und 1997 in Igls Weltmeister geworden war, fand jedoch trotz des Jubels über Silber ein Haar in der Suppe: "Es wäre mehr möglich gewesen. Wir haben den Start zum ersten Lauf verhaut. Im zweiten Durchgang mussten wir dann 120 Prozent geben, das ist aufgegangen."

Offenbar hat auch das Daumendrücken im Ziel von Tobias Lebensgefährtin Gitti Köck geholfen. Seit sieben Jahren ist Schiegl mit der ehemaligen Snowboarderin, die 1998 in Nagano für das erste österreichische Snowboard-Edelmetall gesorgt hatte, liiert.

Doch die WM in Igls sollte für den 33-jährigen Routinier Tobias Schiegl und seinen um zwei Jahre jüngeren Partner nicht die letzte Weltmeisterschaft gewesen sein. "Nach diesem Erfolg werden wir sicherlich nicht aufhören. Diese Medaille motiviert zu weiteren Großtaten. Oberhof, wo nächstes Jahr die WM stattfindet, ist eine Bahn, die uns liegt", sagte Tobias und sein Cousin Markus nickte dazu.

Die österreichischen Olympiasieger von Turin, Andreas und Wolfgang Linger, verbesserten sich noch auf Rang vier. "Wir sind schon etwas enttäuscht", betonte Andreas Linger. "Aber Igls zählt einfach nicht zu unseren Lieblingsbahnen. So gesehen ist Platz vier ein Erfolg."

Pech hatte das junge heimische Doppel Penz/Fischler, das mit der Mannschaft noch über Bronze gejubelt hatte. Ein schwerer Fehler im zweiten Lauf warf sie von Rang zwei zur Halbzeit noch auf Rang acht zurück. "Schade. Ein Fehler kann zwar immer passieren, aber ausgerechnet im Rennen ist Pech", sagte Georg Fischler. "Der zweite Lauf war unser schlechtester in der ganzen WM-Woche."

Der Sieg ging an die deutschen Olympiasieger von 2002, Leitner/Resch, die in Igls ihren vierten WM-Titel holten. "Es war ein Klassewettkampf, dieses Publikum pushte uns zum Sieg", freute sich Leitner. Deutschland hatte damit in allen drei WM-Bewerben bis dahin Gold geholt, auch im abschließenden Damen-Einsitzer waren die deutschen Rodeldamen klare Gold-Favoritinnen.

(apa/red)