Rückgabe unerwünscht von

So wird die Amazon-Bestellung
zum überraschenden Schnäppchen

Amazon will retournierte Ware nicht immer zurück haben und erstattet trotzdem den vollen Kaufpreis.

Rückgabe unerwünscht - So wird die Amazon-Bestellung
zum überraschenden Schnäppchen © Bild: APA/dpa/Jan-Philipp Strobel

"Erstattung veranlasst. Sie müssen den Artikel nicht zurücksenden“ - über diese Antwort von Amazon wunderte ich mich vor rund drei Wochen. Bestellt habe ich drei Sachbücher, die mir dann bei näherer Ansicht doch nicht gefallen haben. Also entschloss ich mich die Bestellung zu stornieren.

Das geht immer, denn bei verschickter Ware gilt ein gesetzliches Widerrufsrecht von mindestens zwei Wochen (ausgenommen sind Lebensmittel, da diese eventuell vorher ihre Haltbarkeit verlieren).

Überraschendes Schnäppchen

Dann die überraschende Antwort von Amazon: Ich bekomme mein Geld zurück und darf die Ware behalten. Im ersten Moment war ich verwundert, nach einer Recherche war mir klar: Es ist kein Trick, sondern gängige Praxis beim Online-Versandhändler Amazon.

Viele Kunden berichten im Netz davon, bei Einleitung zur Rücksendung bei Amazon nicht mehr ein Rücksendeetikett zum Ausdrucken zu bekommen, sondern lediglich den Verweis, dass die Erstattung veranlasst sei und sie den Artikel trotzdem behalten können. In den meisten Fällen kostete das Produkt weniger als 20 Euro. Oder es handelt es sich um, beschädigte oder defekte Ware.

Da kann es auch schon mal ein Laptop sein, den sich Kunden einfach so behalten dürfen. Und glaubt man den Erfahrungsberichten, funktionieren manche Geräte sogar einwandfrei.

Das sagt Amazon

Der Konzern selbst hält zu dieser Rücksendepraxis und den Beweggründen erfahrungsgemäß bedeckt. "Kein Kunde retourniert gern Ware. Deshalb sehen wir es als unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass ein Kunde Waren möglichst selten retournieren muss“, erklärt Christine Maukel, eine Amazon Sprecherin, gegenüber „news.at“. Für den Fall, dass dennoch einmal ein Produkt zurückgeschickt werden muss, wolle Amazon die Rücksendung für die Kunden so einfach wie möglich machen. Mehr war dem Online-Händler zu dieser Vorgehensweise nicht zu entlocken.

Offenbar ist es für das Unternehmen günstiger „gebrauchte“ Produkte mit niedrigem Warenwert nicht mehr schicken zulassen, und sie anschließend noh lagern zu müssen. Gleichzeit werden dabei auch die Portokosten, die Amazon tragen muss, geschont.

Großzügigkeit nicht ausnutzen

Trotzdem sollte man die Kulanz bei Retouren nicht ausnutzen: In der Vergangenheit hat Amazon so manchen Kunden das Konto gesperrt, wenn sie gegen die Regeln verstoßen haben. Und vor dem offiziellen Wiederruf können Kunden nicht wissen, ob sie ein Rücksendeetikett bekommen, oder das Produkt einfach behalten dürfen.

Auch bei Paypal gängige Praxis

Übrigens gilt die Vorgehensweise auch für den Online-Bezahldienst Paypal. Ein User im "computerbase.de-Forum" berichtet: „ Hatte vor paar Wochen paar Probleme mit In-Ear Kopfhörern aus Hong-Kong. Der Telefonische Paypal Support meinte ich soll nicht weiter Fragen und das Produkt behalten, wenige Sekunden später hatte ich dann auch noch mein Geld zurück. Der Händler hatte auch kein Schaden, da Paypal die Kosten sozusagen übernommen hat. Also eine Win-Win Situation.“

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