Eisschnelllauf von

Herzog greift nach
erster Olympia-Medaille

Peilt Edelmetall über 1.000 m an - Bisherige Saisonleistungen vielversprechend

Vanessa Herzog © Bild: APA/AFP/DPA/Peter Kneffel

Vanessa Herzog greift am Mittwoch im 1.000-Meter-Rennen nach ihrer ersten Olympia-Medaille. Die Tirolerin könnte als erste rot-weiß-rote Eisschnellläuferin seit Emese Hunyady 1994 Edelmetall unter den Fünf Ringen erobern. Nachdem sie auf ein Antreten über 1.500 Meter verzichtet hatte, greift sie erst zwei Tage später als ursprünglich geplant ins Wettkampfgeschehen ein.

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Herzog ist eine von bisher vier Weltcup-Saisonsiegerinnen über 1.000 Meter. Neben der zweifachen Olympiateilnehmerin fuhren nur die japanische Dominatorin Nao Kodaira, die amtierende Weltmeisterin Heather Bergsma (USA) und Jorien ter Mors (NED) Erfolge ein. Kodaira tritt am Mittwoch als absolute Goldfavoritin an. Drei der sechs 1.000er in der laufenden Saison gingen an die 31-Jährige, die über 500 Meter sogar ungeschlagen ist.

Herzog zwischenzeitlich an dritter Stelle

In der Weltcup-Wertung liegt Vanessa Herzog über 1.000 Meter zwischenzeitlich an der dritten Stelle. Nur die Russin Jekaterina Schikowa und Kodaira liegen vor ihr. Erstere ist jedoch vom IOC nicht zur Teilnahme eingeladen worden und fehlt deshalb bei den Bewerben in Gangneung.

Ende Jänner gewann die 22-jährige Tirolerin über 500 Meter in Erfurt das erste Weltcuprennen für Österreich seit über 20 Jahren - und legte am Tag danach einen Triumph über 1.000 Meter nach. Bei der letzten Station vor dem Saisonhöhepunkt fehlten allerdings starke Konkurrentinnen wie Kodaira und auch deren Landsfrau Miho Takagi. Schon davor räumte sie bei der EM in Kolomna (RUS) einen kompletten Medaillensatz ab. Neben Gold über 500 Meter und Bronze im Massenstart gewann Herzog Silber im 1.000er.

Neben den Asiatinnen schätzt die 22-Jährige, die auch noch den 500er und den Massenstart bestreiten will, die Athletinnen aus den Niederlanden rund um Jorien ter Mors am stärksten ein. "Die Holländerinnen darf man auf keinen Fall unterschätzen", meinte sie im Vorfeld ihres ersten Auftritts im Gangneung Oval.

Der Traum von der Medaille

Die rot-weiß-rote Hoffnung rechnet sich selbst ihre größten Chancen über 1.000 Meter aus. "Jeden Tag vor dem Schlafengehen gehen mir die 1.000 Meter durch den Kopf." In dieser Disziplin spielt auch die Bahnauslosung keine Rolle. "Am 1.000er ist es wurscht, ob ich die Innen- oder Außenbahn habe und gegen welche Konkurrentin ich laufe."

»Jeden Tag vor dem Schlafengehen gehen mir die 1.000 Meter durch den Kopf«

Nach überstandener Grippeerkrankung ist die Tirolerin, die als erste ÖOC-Athletin nach Südkorea reiste, wieder vollkommen fit. Im Training präsentiert sie sich von ihrer besten Seite. Dementsprechend zuversichtlich ist auch Trainer und Ehemann Thomas Herzog. "Zwischen Platz eins und sechs ist eigentlich alles möglich." Die Entscheidung werde auf der letzten Runde fallen.

24-jährige Durststrecke könnte ihr Ende finden

Eine 24-jährige Durststrecke könnte am Mittwoch ihr Ende finden: Über 1.500 Meter jubelte Hunyady in Lillehammer über die erste und bisher auch einzige Goldmedaille Österreichs im Eisschnelllauf. Damit komplettierte sie in Norwegen ihren Medaillensatz, nachdem sie zwei Jahre zuvor in Albertville Silber über 3.000 und Bronze über 1.500 Meter erobert hatte. Insgesamt umfasst die ÖOC-Erfolgsbilanz in dieser Sportart sechs Medaillen.

Das Zuschauerinteresse an den Eisschnelllauf-Bewerben ist enorm. Lokalmatadorin Lee Sang-hwa Lee wird als zweifache Olympiasiegerin über 500 Meter von ihren südkoreanischen Landsleuten wie eine Volksheldin verehrt. In der laufenden Saison trat sie jedoch vorwiegend in der Sprintdistanz in Erscheinung, weniger über 1.000 Meter.

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