Meinung von

Sting taugt als Musiker,
als strenger Vater auch

Seit Kurzem ist mir Sting besonders sympathisch

Sting © Bild: APA/EPA/VALDA KALNINA LATVIA

Zu seinen Hits mit The Police kommen nämlich seine erzieherischen Qualitäten.

Meine Söhne werden eher keine Sting-Fans. Sollten sie wieder mal lautstark lebenswichtige Ausstattung fordern, wie eine Nintendo Switch, ein iPhone 7 oder ein Wochenende in New York, ist der 190 Millionen Euro schwere Musiker nun mein Verbündeter. „Der Maxi hatte das schon vor zwei Jahren“, zählt nicht mehr. Ich kann in Diskussionen jetzt fröhlich Sting zitieren. „Ich möchte meine Kinder nicht um die Freude bringen, sich selbst etwas zu erarbeiten“, sagt der Sohn eines Milchmanns und einer Friseurin. Stings Kinder bekommen nichts vom seinem Vermögen. Treuhandfonds erachtet er als Mühlsteine um die Hälse seiner Kinder. Fast stolz wirkt er, wenn er erzählt, dass die Kinder manchmal nicht wissen, wie sie die Miete bezahlen sollen. „Ich hab ihnen gesagt, dass sie nichts von mir erben. Was ich verdiene, gebe ich aus“, erzählt er frei von schlechtem Gewissen.

Wie genau sich seine sechs Kinder nach dem Aufwachsen am toskanischen Weingut, dem Anwesen mit 24 Hektar in Wiltshire, dem Penthouse in New York, dem Strandhaus in Malibu und den zwei Londoner Wohnsitzen an die neuen Lebensumstände gewöhnt haben, ist nicht zu erfahren. Es scheint den zwei Musikern, zwei Schauspielern, dem Regisseur und dem Model zwischen 22 und 41 Jahren aber gut zu gehen. Laut Sting fragen sie ihn kaum je um Hilfe. Vermutlich rufen sie stattdessen Paul McCartney, Elton John oder Bruce Springsteen an und schlafen bei denen auf der Couch. An einem entsprechenden Telefonbuch muss ich halt noch ein biserl arbeiten.

Sting: 14. September, Wien, Stadthalle