Lokalcheck von

Croissants auf gut Glück

© Video: News

Kein Telefon, kein Mail, kein Facebook, keine Chance, zu reservieren. Das französische Bistro La Mercerie sollten Sie trotzdem einmal besuchen.

THEMEN:

Es dem Kunden einfach machen und sein Business via Internet in die Welt hinaustragen – so macht man das in der serviceorientierten Gegenwart. Bei Onlineshops zählt die Usability, bei Geschäften das Beschwerdemanagement. Restaurants setzen auf Reservierungsapps und veröffentlichen Hinweise mit Hashtag-Wünschen. Das freut die Kundschaft.

La Mercerie
© Susanne Jelinek

Es gibt einen Ort in Wien, da wird auf all das gepfiffen. Mit französischem Unterton. Sprich: eigenwillig, fast arrogant, aber dabei so charmant, dass niemand böse sein kann. Im La Mercerie gibt es kein Telefon, keine Homepage, keine Kontaktmöglichkeit. Reservieren quasi unmöglich. Einen Tisch bekommen? Glückssache. Dass neuerdings auch bis spätabends geöffnet ist, erfährt man nur durch Zufall, weil niemand daran denkt, Google Bescheid zu sagen.

La Mercerie
© Susanne Jelinek

Mein verwöhntes, serviceverliebtes Herz hat das anfangs alles unheimlich genervt – und dem kleinen Bistro trotzdem ganz schnell verziehen. Generell bin ich hier entspannter, wenn etwas nicht passt. Nicht pünktlich geöffnet? Das Beef Tatar zu grobfleischig? Nicht so wichtig. Warum das so ist? Wegen des Gastgartens mit Blick auf das traumhafte Servitenviertel, wegen der herrlichen Croissants, wegen der reizenden Kellnerinnen.

La Mercerie
© Susanne Jelinek

Weil der Kaffee wunderbar schmeckt, das Baguette und der Käse bestechend sind und es so gut nach Frischgebackenem riecht. Wegen der romantischen Fensternischen zwischen Apothekerschränken aus dunklem Holz. Weil ich hier stundenlang sitzen, Wein trinken und mit Freunden plaudern will. Jeder Besuch ist wie ein Kurztrip nach Paris. Da wird Reservieren zur Nebensache.

La Mercerie
© Susanne Jelinek
La Mercerie
© Susanne Jelinek

La Mercerie
Berggasse 25
1090 Wien
Geöffnet etwa ab 8:30
Reservierung nur persönlich im Lokal

La Mercerie
© Susanne Jelinek