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Kolosseum in Rom bekommt
die Gladiatoren-Arena zurück

Italiens Kulturministerium plant Millionen-Investiition und will zurück zum Ursprung

Gladiator vor dem Kolosseum © Bild: FILIPPO MONTEFORTE/AFP/Getty Images

Das Kolosseum in Rom soll wieder seine Gladiatoren-Arena zurückbekommen. 20 Millionen Euro will das italienische Kulturministerium für die Errichtung einer Plattform auftreiben, die den jetzt sichtbaren Unterbau des Amphitheaters überdecken soll, wie es bis zum 19. Jahrhundert der Fall war.

Damit soll das 2.000 Jahre alte Wahrzeichen Roms wieder als Arena für Open-Air-Aufführungen genutzt werden. Die Bauarbeiten sollen rund fünf Jahre lang dauern. Das Kulturministerium will einen internationalen Wettbewerb ausschreiben, um das beste Projekt zu finden. Unter der eigentlichen Arena erstreckte sich ein riesiges Netz von Gladiatorenschulen, Tierkäfigen und Vorratskammern. Verbunden waren sie durch ein System von Gängen und Falltüren, die sich schleusenähnlich über Hebel und Flaschenzüge in Sekundenschnelle öffnen oder verschließen ließen.

Kulturminister Dario Franceschini stellte am Freitag einen neu rekonstruierten Lastenaufzug vor, mit dem in der Antike die Käfige für wilde Tiere hoch gezogen wurden. Ganze Heerscharen von Gladiatoren und Tieren konnten in kürzester Zeit durch das komplizierte Geflecht von Gängen unter dem Kolosseum geleitet werden. Mindestens 28 Lifte waren in Gebrauch.

Zurück zum ursprünglichen Bild

"Wir hoffen, dass wir mit dem Wiederaufbau der Arena der Stadt das ursprüngliche Bild des Kolosseums zurückgeben können. Wir sind zuversichtlich, dass wir die notwendigen Finanzierungen auftreiben werden", betonte der Minister.

Das Kolosseum wurde zwischen 70 und 80 nach Christus erbaut und war bei den Römern blutiger Schauplatz von öffentlichen Hinrichtungen oder Gladiatorenkämpfen. Als Arena war das Kolosseum fast 450 Jahre lang in Betrieb. Neben dem Forum gehört es zu den beliebtesten Touristenattraktionen in Italien, pro Jahr kommen rund fünf Millionen Besucher. Derzeit wird es für rund 25 Millionen Euro restauriert - unterstützt vom Modekonzern Tod's.

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