Gustav Klimt von

Maler wäre 150

Zum Geburtstag zeigt das Belvedere eine Jubiläumsschau und Attersee eröffnet Zentrum

Gustav Klimt - Maler wäre 150 © Bild: APA/EPA/Schlager

Gustav Klimt hätte am 14. Juli seinen 150. Geburtstag gefeiert. Der bedeutende Maler und Vertreter des Wiener Jugendstils wurde am 14. Juli 1862 in Wien geboren. Rund um den Geburtstag bieten zahlreiche Museen Aktionen zum diesjährigen "Klimt-Jahr" an.

Das Wiener Belvedere, als Besitzer der größten Sammlung an Werken von Gustav Klimt, hat nach der bereits beendeten Schau "Gustav Klimt / Josef Hoffmann - Pioniere der Moderne" eine neue Ausstellung rund um den Meister präsentiert. Ein Herzstück von "150 Jahre Gustav Klimt" ist eine iPad-Applikation, mit der Besucher die Gemälde in ihrem realen Kontext örtlich zuordnen können.

Hauptwerke inklusive "Der Kuss" zu sehen
Zu sehen sind die großen Hauptwerke des Belvedere, allen voran "Der Kuss", der in einer neuen Hängung gezeigt wird. Zusätzlich sind auch die beiden erst kürzlich in den Besitz des Belvederes gelangten Werke "Sonnenblume" und "Familie" zu sehen. Diese werden kontextualisiert mit Werken, die Klimt beeinflusst haben oder die von ihm beeinflusst wurden, darunter auch Schiele-Bilder. Insgesamt sind 120 Objekte, darunter 30 Klimt-Gemälde, in der Schau zu sehen.

Beiwerk
Bei der Ausstellungsarchitektur setzt man dabei ganz auf weiße Wände mit einem schwarzen Rahmen. Neben den eigentlichen Gemälden finden sich großformatige Zitate und Hintergrundinformationen. Außerdem setzt man auf zahlreiches Beiwerk aus dem Leben des Malers, sei es der Koffer Emilie Flöges oder auch jene sieben Briefe Klimts an seine Geliebte, die in der Schau erstmals gezeigt werden.

Tolle Begleit-App
Als Novität zum Jahrestag am 14. Juli werden die Bilder der Schau überdies mit einer Neuerung im Belvedere verortet, wo man eine Gratis-App und 50 iPads zum Ausleihen zur Verfügung stellt. Wenn die Besucher die einzelnen Gemälde anklicken, können sie kurze Filme sehen, die dort gedreht wurden, wo die Werke entstanden. So kann etwa nachvollzogen werden, wie die "Allee im Park vor Schloss Kammer" heute aussieht. Darüber hinaus wurde eine Klimt-Worldmap erstellt, mit der man sich den Weg vom Museum zum Grab oder zu anderen Klimt-Orten anzeigen lassen kann.

Klimt-Zentrum wird eröffnet
Genau zum Geburtstag des Meisters wird in Kammer am Attersee auch ein ihm gewidmetes Zentrum eröffnet. Es ist kein Museum geplant, vielmehr soll dort in einer Art Dokumentationszentrum die enge Beziehung des Jugendstilmeisters zum Salzkammergut aufgearbeitet werden. Auch künftige Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Künstler sollen von dort ausgehen.

Zweite Heimat
Klimt (1862 - 1918) verbrachte die Sommermonate zwischen 1900 und 1916 regelmäßig in der Attersee-Region. Sie wurde zu einem zweiten Lebensmittelpunkt. Dort entstand der überwiegende Teil seiner über 50 bekannten Landschaftsgemälde. Das neue rund 150 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassende Klimt-Zentrum ist in einem Gebäude gemeinsam mit einem Klimt-Shop und -Kaffeehaus sowie dem örtlichen Tourismus-Büro untergebracht. Es befindet sich neben der berühmten vom Künstler gemalten Schloss-Allee.

Spezialführungen und Film
Zur Eröffnung kehrt eines der Meisterwerke von Klimt "Am Attersee", das er 1900 schuf, an den Ort der Entstehung zurück. Gezeigt werden überdies unter anderem erstmals exakte Kopien der über acht Meter langen Werkzeichnungen für das berühmte Stocletfries, die dank einer Kooperation des Leopold Museum mit dem MAK eigens für das Gustav Klimt-Zentrum hergestellt wurden. Klimt hat die Entwürfe zum Stocletfries nachweislich in der Villa Oleander in Kammer am Attersee erarbeitet. Dazu kommen noch rund 30 Original-Zeichnungen und persönliche Gegenstände. Außerdem ist ein umfangreiches Begleitprogramm unter anderem mit Spezialführungen und einer Filmaufführung geplant.