Luftfahrt von

Fluglotsenstreik:
Proteste in Österreich

Ausfälle und Verspätungen zu erwarten. Austro Control hält Betriebsversammlungen ab.

Fluglotse © Bild: APA/DPA

Der Protest der europäischen Fluglotsen gegen den gemeinsamen EU-Luftraum (Single European Sky) erreicht heute auch Österreich. Die heimische Flugsicherung Austro Control hält Betriebsversammlungen im ganzen Land ab, auch an Flughäfen. Das dürfte zu Behinderungen im Flugverkehr führen.

"Wir rechnen natürlich damit, dass es zu gewissen Verzögerungen kommt", sagte Austro-Control-Betriebsrat Helmut Harucksteiner im ORF-"Morgenjournal". Die Fluglotsen wollten aber versuchen, diese "so gering wie möglich" zu halten. Probleme, die zu einer Sicherheitsgefährdung führen würden, sollten in jeden Fall vermieden werden.

Derzeit leistet sich de facto jedes EU-Land einen eigenen Fluglotsendienst. Damit will die EU Schluss machen und einen gemeinsamen Luftraum schaffen. Sehr zum Missfallen der Fluglotsen, die um ihre Jobs und sozialen Standards bangen, wenn Flugsicherungsunternehmen grenzüberschreitend zusammengelegt werden. Gestern gab es deshalb schon Streiks und Protestaktionen in mehreren Ländern, unter anderem in Frankreich, Italien und Portugal. Heute steigen die Lotsen nicht nur in Österreich, sondern auch in Tschechien und Ungarn auf die Barrikaden.

Versteckte Zentralisierung

"Unter dem Titel, die Performance zu verbessern, wird in Wirklichkeit eine Zentralisierung vorgenommen", kritisiert Harucksteiner von der Austro Control. "Man möchte europaweit praktisch Jobs vernichten, um der Wirtschaft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zukommen zu lassen."

Der Betriebsrat der heimischen Fluglotsen sieht ein "gewisses Risiko", wenn die Tätigkeiten, die jetzt alle in Händen der Austro Control sind - etwa Betreuung der Radaranlagen oder Austausch mit Meteorologen - auf verschiedene Firmen aufgeteilt werden. "Wir müssen damit rechnen, dass diese Tätigkeiten nicht mehr in Österreich durchgeführt werden."

Reisende sind angehalten, sich vor der Fahrt zum Flughafen zu informieren, ob Flüge ausfallen oder sich verspäten. Die AUA-Mutter Lufthansa streicht heute 12 Flüge von und nach Österreich. Schon gestern gab es hierzulande Verzögerungen und Ausfälle. Ab morgen dürfte der Flugverkehr wieder zur Normalität zurückkehren.

NEWS.AT-Report: Wie lebt es sich als Fluglotse?

© Video: NEWS.AT

Kommentare

Warum nicht?
Fluglotsen wollen weiterhin so arbeiten wie vor 30 Jahren. Wenn Politiker seit 1920 die längst überholten Strukturen für ihre Parteigünstlinge nicht modernisieren wollen kann man die Fluglotsen verstehen. Zweck Bürgernähe wurden noch in der Monarchie die 99 BH´s erfunden. Damals gab es weder Autos, Handys oder Computer.

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