Der Tiger macht Jagd auf das grüne Sakko:
Woods wieder Favorit beim US-Masters

US-Superstar schon im Besitz von vier Siegersakkos Nach achtmonatiger Verletzungspause wieder dabei

Der Tiger macht Jagd auf das grüne Sakko:
Woods wieder Favorit beim US-Masters © Bild: Reuters/Deryk

Seine verletzungsbedingte Zwangspause von acht Monaten hat nichts daran geändert: US-Superstar Tiger Woods geht in jedes große Golfturnier als Topfavorit. So auch in das 73. US Masters in Augusta. Der Weltranglisten-Erste aus den USA hat das erste Major-Turnier des Jahres schon 1997, 2001, 2002 und 2005 gewonnen, geht also bereits auf sein fünftes grünes Sieger-Sakko, mit dem der Masters-Triumphator traditionell geehrt wird, los.

In Woods' Abwesenheit hatte vor allem Padraig Harrington für die großen Schlagzeilen gesorgt. Der 37-jährige Ire ist mit drei Grand-Slam-Titeln der erfolgreichste Golfer der vergangenen beiden Saisonen. Er hat es nun sogar in der Hand, als erst dritter Spieler der Geschichte nach Ben Hogan (1953/54) und Tiger Woods (2000/01) drei Grand-Slam-Turniere en suite zu gewinnen.

Harrington hat aber seit August 2008 nichts mehr gewonnen. Deshalb steht abermals Woods im Mittelpunkt, obwohl - oder gerade weil - er seit seinem US-Open-Triumph Mitte Juni bis Ende Februar den Fairways und Greens ferngeblieben ist. Er hat sich alle Zeit gelassen, sein zum vierten Mal operiertes linkes Knie ausheilen zu lassen.

Geduld als neue Tugend
Mark Steinberg, Woods' persönlicher Freund und Manager bei IMG, lobte ausdrücklich die Geduld, mit der sein Schützling die lange Pause verarbeitete: "Er führt ein Leben im Gleichgewicht. Vor zwölf Jahren hätte ich das Wort Geduld für Tiger nicht gebraucht, jetzt ist die Geduld eine seiner neuen Tugenden."

Woods gestand, dass er schon lange an wiederkehrenden Knieschmerzen gelitten hatte. "Jetzt fühle ich mich so viel besser als während der Jahre zuvor", betonte der 33-Jährige. Nach seinem Comeback im Februar benötigte Woods gerade einmal drei Starts, um seinen 66. Sieg auf der US-PGA-Tour einzufahren. Das war vor knapp zwei Wochen in Orlando. Er ist also bereits wieder in der Form, um sich am Sonntag seinen fünften Masters-Triumph zu sichern. Es wäre sein 15. Major-Titel. Rekordmann ist Jack Nicklaus mit 18 Triumphen, sechs davon in Augusta.

Viele Sieganwärter
Der Golfsport ist aber mit Ausnahme der konstanten Topleistungen von Woods so wenig berechenbar, dass rund die Hälfte der Spieler im 96-köpfigen Teilnehmerfeld für den Masters-Triumph infrage kommen. Die jüngsten beiden Sieger Zach Johnson (USA, 2007) und Trevor Immelman (RSA, 2008) hatten die Wenigsten auf der Rechnung gehabt.

Gary Player, der das Turnier im US-Bundesstaat Georgia von 1961 bis 1978 (als 43- Jähriger) dreimal gewonnen hat, bestreitet in dieser Woche sein 52. und letztes Masters. Der 73-jährige Südafrikaner löst damit Arnold Palmer (51 Teilnahmen) als Rekordhalter ab. Der 54-jährige "Weisse Hai" Greg Norman, im Vorjahr Dritter der British Open, tritt dagegen erstmals nach sieben Jahren wieder im Augusta National Golf Club auf.

Masters-Sieger seit 1980:
1980 Severiano Ballesteros (ESP)
1981 Tom Watson (USA)
1982 Craig Stadler (USA)
1983 Severiano Ballesteros (ESP)
1984 Ben Crenshaw (USA)
1985 Bernhard Langer (GER)
1986 Jack Nicklaus (USA)
1987 Larry Mize (USA)
1988 Sandy Lyle (SCO)
1989 Nick Faldo (ENG)
1990 Nick Faldo (ENG)
1991 Ian Woosnam (WAL
1992 Fred Couples (USA)
1993 Bernhard Langer (GER
1994 Jose Maria Olazabal (ESP)
1995 Ben Crenshaw (USA)
1996 Nick Faldo (ENG)
1997 Tiger Woods (USA)
1998 Mark O'Meara (USA)
1999 Jose Maria Olazabal (ESP)
2000 Vijay Singh (FIJ)
2001 Tiger Woods (USA)
2002 Tiger Woods (USA)
2003 Mike Weir (CAN)
2004 Phil Mickelson (USA)
2005 Tiger Woods (USA)
2006 Phil Mickelson (USA)
2007 Zach Johnson (USA)
2008 Trevor Immelman (RSA)


Häufigste Masters-Sieger:
6 Siege:
Jack Nicklaus (USA) 1963, 65, 66, 72, 75, 86)
4 Siege:
Tiger Woods (USA) 1997, 2001, 02, 05
Arnold Palmer (USA) 1958, 60, 62, 64
3 Siege:
Nick Faldo (ENG) 1989, 90, 96
Gary Player (RSA) 1961, 74, 78
Sam Snead (USA) 1949, 52, 54
Jimmy Demaret (USA) 1940, 47, 50

(apa/red)