Kitzbühel von

Raich vor seinem 400. Rennen

Sportlicher Evergreen: Mit 35 Jahren ist der Tiroler immer noch hungrig auf Erfolge

Benjamin Raich © Bild: GEPA/Kneisl

Mit Benjamin Raich bestreitet einer der Größten des alpinen Skirennsports am Freitag im Super-G in Kitzbühel sein bereits 400. Weltcup-Rennen. Der bald 35-jährige Tiroler hat am 10. März 1996 als 18-Jähriger in Kvitfjell (Norwegen) debütiert und danach als zweifacher Olympiasieger und dreifacher Weltmeister sowie dem Gewinn des Gesamtweltcups eine einzigartige Erfolgskarriere hingelegt. Mit 36 Weltcupsiegen ist Raich der erfolgreichste aktive Skirennläufer der Welt.

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So groß die Zahl der Erfolge in der Karriere des Benjamin Raich war, so skandalfrei ist dieselbe verlaufen. Der Pitztaler verfügt über ein ruhiges und besonnenes Naturell und hat auch seine langjährige Beziehung zur derzeit verletzten Lebensgefährtin und Slalom-Weltmeisterin Marlies Schild weitgehend aus der Öffentlichkeit gehalten.

Nur Maier war besser

Überragend sind aber Raichs sportliche Erfolge, die lediglich durch den ebenfalls während seiner Zeit fahrenden Herrmann Maier etwas überdeckt wurden. Zwischen 2004 und 2010 landete der Tiroler sieben Mal in Folge in den Top-3 der Gesamtwertung, verpasste eine weitere große Kugel ein Mal um nur zwei Punkte. Das ist ebenso Rekord wie seine bei über 13.500 Zählern liegende Gesamtpunktezahl. 214 Mal ist Raich im Weltcup in die Top-Ten gefahren, 90 Mal davon waren es sogar Podestplätze, also Platzierungen unter den ersten drei.

Seinen 36. und bisher letzten Weltcupsieg landete Raich - nach längerer Pause - vor knapp einem Jahr ausgerechnet mit dem ersten Speed-Sieg seiner Karriere in Crans Montana. Dass dies ein Super-G war, könnte ein gutes Omen für Raichs Jubiläums-Auftritt in Kitzbühel sein. Denn dort kämpft Raich ebenso noch um ein WM-Ticket wie im Slalom.

Raich gibt nicht auf

Obwohl in den vergangenen Jahren die Raich-Siege rarer geworden sind, ist Österreichs Sportler des Jahres von 2006 motiviert wie am Beginn seiner Karriere. "In vielen Bereichen habe ich sogar bessere körperliche Werte als damals und gerade in Kitzbühel bin ich im Super-G eigentlich immer sehr gut gefahren. Das hier liegt mir", gab sich Raich zuversichtlich.

Zumindest bis Olympia in Sotschi 2014 hatte Raich einst seine Karriere geplant. Ob das so kommt, wird von der Gesundheit ab- und womöglich auch mit der weiteren Karriere seiner Lebensgefährtin Marlies Schild zusammenhängen.

Junioren-WM 1996 in Oberiberg (SUI), Rainer Schönfelder (AUT,links), Benjamin Raich (AUT) und Brent McKinlay (CAN, rechts)
© APA/EPA/Lauth Junioren-WM 1996. Die blutjungen Rainer Schönfelder (links), Benjamin Raich (Sieger) und Brent McKinlay (CAN, rechts) - (APA/EPA/Lauth)

Die Trendwende wird kommen

Raich hat sich stets "dankbar" gezeigt, dass er in seiner langen Karriere nicht nur erfolgreich war, sondern bis auf eine Ausnahme in diesem anspruchsvollen und riskanten Metier mehr oder weniger verletzungsfrei über die Runden gekommen ist. Auch das ist Resultat von Raichs kluger und überlegter Herangehensweise.

Zur aktuellen Situation meinte Raich in Kitzbühel zum wiederholten Mal: "Oft schaut es so aus, als ob man keine Chance hat. Das kann sich aber schnell ändern. Ich habe immer daran geglaubt, dass es wieder besser wird. Hätte ich das nicht getan, wäre ich im Skifahren nicht weitergekommen. Deshalb hoffe ich auch jetzt, dass ich die Trendwende schaffen kann."

Kommentare

Maier war nicht nur besser, er war auch intelligenter! Er hat rechtzeitig aufgehört und ist dadurch immer noch der Herminator! Der Raich hatte so schöne Erfolge - warum kann er nicht aufhören, solange man sich an diese Erfolge noch erinnert und nicht daran, dass er nix mehr reißt!

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