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Nathan Trent: "Ich bin Optimist"

Österreichs Vetreter beim 62. Song Contest rittert in Kürze um sein Finalticket

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Kommende Woche geht es für Nathan Trent, Österreichs Vertreter beim 62. Eurovision Song Contest (ESC), ab nach Kiew. Dort kämpft der 25-jährige Tiroler im 2. Halbfinale am 11. Mai um sein Finalticket. Zuvor spricht der Sänger über seinen Patriotismus, seinen Optimismus und ein monatelanges Leben ohne Alkohol.

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Wie hart waren die vergangenen Wochen - oder ist die Vorbereitung auf den ESC mehr ein wildes Partyleben?

Nathan Trent: Es ist nur harte Disziplin, wirklich! Seit zweieinhalb Monaten trinke ich keinen Alkohol mehr - weil ich weiß, was das meiner Stimme antut. Und ich gehe früh schlafen.

Andere stehen den ESC nur mit Alkohol durch...

Trent: Ich brauche keinen Alkohol, um Spaß zu haben. Ich weiß natürlich, es ist lustig, mal ein Glas Wein oder Bier zu trinken. Aber das brauche ich jetzt nicht.

»Ich brauche keinen Alkohol, um Spaß zu haben«

Ein Hauptteil der Vorarbeit besteht ja darin, zu den ganzen Song-Contest-Partys im Vorfeld zu fliegen. Wie nehmen Sie die ESC-Fans wahr?

Trent: Das ist eine ganz eigene Crowd. Die freuen sich so irrsinnig auf das Event - da merkst Du, wie die Euphorie von Tag zu Tag steigt. Es ist toll zu beobachten, wie viel Liebe und Enthusiasmus die in dieses Event stecken. Das haben mir auch Conchita oder Zoe schon angekündigt. Die Fans gehen so mit. Bei der ersten ESC-Vorparty in London konnten die den Text von meinem Song auswendig! Ich habe danach echt ein paar Tränen verdrückt, denn das ist genau das, was man als Singer-Songwriter will. Das ist ein Wahnsinn! Ich sehe mich da irrsinnig vom Glück geküsst.

Ihre Nummer "Running on Air" ist eine der optimistischsten im Wettbewerb. Sind Sie selbst Optimist?

Trent: Ich bin Optimist - bei allen Tiefs und Hochs. Aber grundsätzlich bin ich sehr positiv eingestellt. Die guten und schlechten Zeiten machen einen ja zu dem, was man ist. Und man muss das Beste daraus machen und sich glücklich schätzen, dass man überhaupt am Leben ist.

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Zugleich liegen Sie derzeit bei den Wettquoten auf Platz 15 in Ihrem Halbfinale. Macht das keine Angst?

Trent: Angst würde ich nicht sagen, aber ich habe einen irrsinnigen Respekt. Mein Ansporn ist, dass ich den Leuten zeigen möchte, was ich drauf habe. Schauen wir einfach - im Endeffekt entscheidet ja die Liveperformance. Und da möchte ich mein Bestes geben.

»Ich möchte den Leuten zeigen, was ich drauf habe«

Sind Sie ehrgeizig?

Trent: Oh ja! (lacht) Manchmal fast zu ehrgeizig. Aber ich wurde von meiner Familie immer unterstützt das zu machen, was ich möchte.

Wie werden Sie denn die Bühnenshow vor Ort gestalten?

Trent: Ich werde auf jeden Fall nicht nur auf der Bühne stehen. Und ansonsten versuchen wir, visuell das, was im Lied passiert, auf der Bühne zu unterstützen.

Es gibt keine Nackten im Hintergrund?

Trent: Das wäre nicht einmal erlaubt. (lacht) Keine Tiere und keine Nackten.

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Jetzt fahren Sie als Österreichs Vertreter in die Ukraine. Sehen Sie sich als Patriot?

Trent: Absolut. Ich liebe Österreich: Uns geht es wirklich gut. Wir haben tolles Wasser, tolle Städte, und ich mag das, was Österreich hat. Es ist ein tolles Land zum leben, in dem andere Leute Urlaub machen. Aber als ESC-Vertreter ist jetzt noch ein bisschen mehr Patriotismus dabei - ich glaube, so viel wie in den vergangenen Tagen, hatte ich die Fahne nie in der Hand.

Wie beurteilen Sie den politischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der letztlich zum Rückzug Russlands vom Bewerb heuer geführt hat?

Trent: Ich hoffe einfach, dass der positive Grundgedanke des Bewerbs erhalten bleibt. Ich gehe hin um zu singen und nicht, um ein politisches Statement zu machen.

»Das nächste Abenteuer wartet sicher schon«

Irgendwann kommt die Zeit nach dem ESC. Was sind Ihre künftigen Pläne? Ist eine Musicalkarriere für Sie trotz Ausbildung gestorben?

Trent: Gestorben ist gar nichts. Jetzt liegt der Fokus auf dem ESC, aber ich habe ja ganz viele Lieder in petto, die ich gerne veröffentlichen möchte. Aber das nächste Abenteuer wartet sicher schon: Film, Fernsehen, Musical... Und mit meinem Debütalbum warte ich mal ab, wie es läuft in Kiew. Ich werde einfach auf der Welle reiten. Die Lieder sind fertig.

Nathan Trent im Wordrap von News

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