Straßenstrich in Floridsdorf regt auf

Beschwerdeflut: Prostituierte gehen neben Schule und Geschäften ihrer Arbeit nach

Bereits nachmittags stelzen Prostituierte auf der Suche nach Freiern entlang der Einzingergasse in Wien-Floridsdorf. Im Industriegebiet von Strebersdorf sprechen Sie Autofahrer und Passanten an. Doch unweit des neu entstandenen Straßenstrichs befindet sich neben einer Tankstelle und einigen Geschäften auch eine Berufsschule. Gesetzlich gesehen dürfen die Prostituierten dort stehen. Doch Eltern, Anrainer und Bezirkspolitiker laufen nun gegen den Straßenstrich Sturm.

von Straßenstrich in Floridsdorf: Prostituierte warten auf Freier. © Bild: Joschi Tukzai/WIFF

"Die Prostituierten stehen meist direkt vor dem Eingang der Betriebe. Eltern berichten, dass Jugendliche und Kinder angesprochen werden", sagt Erol Holawatsch, Klubobmann der ÖVP Floridsdorf. Autofahrer seien teilweise durch aggressives Werben zum Abbremsen gezwungen worden, Radfahren werde laut Beschwerden der Weg versperrt.

Eltern und Geschäftsinhaber beschweren sich

"Es hat eine ganze Reihe von Beschwerden gegeben", sagt Bezirksrat Hans Jörg Schimanek vom WIFF (Wir für Floridsdorf) gegenüber NEWS.AT. Für das am Straßenstrich gelegene Catering-Geschäft, das sich auf Traumhochzeiten spezialisiert hat, seien die Prostituierten nicht gerade geschäftsfördernd. Brautpaare, die zum Probeessen kommen, würden direkt mit den Sexarbeiterinnen konfrontiert, so Schimanek. Und auch Eltern, die ihre Kinder über die Einzingergasse in die Schule bringen, seien von der Problematik betroffen. "Ein Elternteil hat erzählt, dass sein Sohn ihn im Auto gefragt hat: 'Papa, die Frauen winken dir alle zu, kennst du die?'", teilt Schimanek mit.

Nahe des Straßenstrichs liegt außerdem das Unternehmen "REiNTEGRA", das sich der beruflichen Reintegration psychisch kranker Menschen widmet. Aus diesem Umfeld habe es ebenfalls bereits Beschwerden in Bezug auf die Sexarbeiterinnen gegeben, so Holawatsch.

Straßenstrich in Floridsdorf: Prostituierte winken einem Autofaher zu.
© Joschi Tukzai/WIFF Prostituierte winken einem vorbeifahrenden Auto zu.

Auch der Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) sieht den neuen Straßenstrich als problematisch an: In der Scheydgasse, einer Parallelstraße zum Straßenstrich, befindet sich die Berufsschule für Kraftfahrzeugtechnik II. "Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren dürfen mit der Prostitution vor Ort nicht konfrontiert werden - sie sind besonders schutzwürdig", teilt Papai in einer Aussendung mit. Er fordert daher bei der Wiener Polizei eine örtliche Gewerbeeinschränkung für Prostitution in der Zeit zwischen 17:00 und 06:00 Uhr.

Straßenstrich verstößt nicht gegen Gesetz

Ein Verbot des Straßenstrichs in der Einzingergasse ist nicht so einfach zu erwirken, denn gesetzlich ist die Prostitution in diesem Gebiet erlaubt. "Ich möchte keinen Straßenstrich in Floridsdorf, jedoch handelt es sich beim Industriegebiet in Strebersdorf laut Flächenwidmungsplan nicht um Wohngebiet, daher ist Straßenprostitution dort gesetzlich möglich", sagt Papai. Er habe die Polizei jedenfalls informiert, um in Zukunft ein besonderes Auge auf den Autobahnzubringer zu werfen.

Die Bezirks-ÖVP plädiert ebenfalls für eine zeitliche Eingrenzung der Prostitution, allerdings von 21.00 bis 6.00 Uhr. Dazu fordert Klubobmann Holawatsch verstärkte Kontrollen der Behörden. Der Floridsdorfer VP-Bezirksobmann Norbert Walter spricht sich überhaupt für ein Verbot des Straßenstrichs in Strebersdorf aus. "Stattdessen soll die Prostitution in Laufhäuser verlegt werden", sagt Walter. So sei eine behördliche und eine medizinische Kontrolle gewährleistet.

Mangelnde Hygiene?

Ähnlich sieht WIFF-Bezirksrat Schimanek die Situation: Die hygienischen Voraussetzungen seien bei dem aktuellen Standort überhaupt nicht gegeben. "Die Prostituierten verfügen dort weder über Toiletten, noch über Waschgelegenheiten", sagt Schimanek. Er habe bereits das Büro für Sofortmaßnahmen im Wiener Rathaus eingeschaltet, um zu "prüfen, was rechtlich möglich ist". Sein Lösungsvorschlag: Die Sexarbeiterinnen sollen ihrem Gewerbe lieber in amtlich kontrollierten Laufhäusern nachgehen.

Kommentare

strizzi49 melden

Warum soll man 15-jährige, bitte, vom Strich fernhalten? Diese 15-jährigen sind doch sicher schon aufgeklärt und wissen, was die Damen tun! Warum also nicht Nuttenschauen? Das ist harmloser, als
alte Menschen ausrauben oder verprügeln, was auch schon 14-jährige und jüngere machen!

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Übrigens, ist das dort nun eine Industriezone oder heißt die Gegend nur so? Denn was machen Schulen und diverse Geschäfte in einer Industriezone?

Ich wusste gar nicht, dass soviel Moralempfinden in den Wiener Köpfen umhergeht. Dieses "Nuttenproblem" ist sicherlich der scherwiegenste Missstand in der wunderschönen Hauptstadt! Deshalb unterstütze ich vollkommen diesen unglaublich wichtigen Aufstand, der hier herrscht. Und da sonst nichts weltbewegendes passiert, ist dann natürlich der tägliche, unbeschreiblich informatinshaltige Artikel darüber in jeglichem Spitzenblatt nur erwünscht. Als ich nach erstmaliger Sichtung des Prostituiertenphänomens durch unsere wachsamen, unbescholtenen Bürger las, getraute ich mich fast nicht nach Hause zu fahren. Immerhin musste ich ja über die Kreuzung Autokaderstraße-Einzingergasse. Trotzdem fasste ich den äußerst männlichen Entschluss, meine Angst vor der Pöbelei hinunterzuschlucken und so fuhr ich mit zittrigen Knien recht flott der Ampel entgegen. Schon sah ich das erste, satanische Geschöpf am Gehsteig. Natürlich war die Ampel rot. In Erwartung der sich auf mich stürzenden Klauen, sobald ich die Geschwindigkeit auf Schritttempo drosseln würde, rollte ich zur Ampel. Und dann...nichts!! Kein Teufel, keine Klauen, keine Pöbeleien. Nur ein marketingtechnisches Lächeln und Winken der Dame, die ich mir nach den Zeitungsartikeln als Medusa vorgestellt hatte. Ampel grün - Gas - in die Wohnung - zugesperrt. Endlich sicher vor dem Abschaum. Später aber, als sich mein Puls wieder gesenkt hatte, und ich mir eine Beruhigungszigarette angesteckt hatte, wurde ich den Gedanken nicht los, dass mich die Dame vom Outfit und der Körpersprache irgendwie an die 15-jährigen, schützenswerten Mädels erinnern, die Freitags und Samstags in und vor jeder Disko herumlungern. Wessen Töchter das nur sind? Aber weg müssen sie, die Huren!!

Ich will auch weiterhin nachts am Marchfeldkanal spazieren und mir nicht von Herrn Papai Ausgangszeiten vorschreiben lassen. Sollte mir künftig vermehrt Unrat auffallen, werde ich mein Scherflein zur Verslumung beitragen und das Gackerl nicht mehr im Sackerl entsorgen. Die Neustaatsbürger hinterlassen ihren Dreck nach einem im Strebersdorfer Park verbrachten Tag auch ungestraft.

Die hässlichen Mädels werden dort täglich mehr. Auch wenn man deren Tätigkeit zeitlich einschränken sollte, es werden trotzdem die Präserl herumliegen und notgeile Typen herumstrolchen. Die guten Betriebe abwandern müssen, die Objekte leerstehen und verwahrlosen Die Ankommenden Autofahrer bekommen gleich den richtigen Eindruck von unseren Stadtpolitikern.

Ich halt das ebenfalls für schwachsinnig. Anstatt daß man den Damen immer weniger Möglichkeiten läßt, Ihr Gewerbe auszuüben, sollte man eher auf deren Sicherheit und Gesundheit schauen. Da die Arbeitsplätze, in denen man wirklich noch seinen Lebensunterhalt verdienen kann, die sich mit dieser harten Arbeit was verdienen, nicht auch noch unnötig schikanieren

so ein Blödsinn. Niemand verlässt freiwillig sein Land. Das hat Gründe wieso die Damen hier stehen. Wir Westler beuten den Osten, Asien, Afrika usw.... aus um günstig produzieren zu können. Die Menschen dort leben großteils am oder unter dem Existenzminimum. Würden wir und unsere Familie hungerleiden würden wir auch alles unternehmen um unsere Familie halbwegs versorgt zu wissen.

Praetorianer

unsere Arschkriecher von Politiker versagen doch sogar bei dem Thema. Ja die Grenzen gehören wieder zu gemacht und für Ostländer das Visum eingeführt. Es geht leider net anders. Die Realität sieht anders aus als sich die Gutmenschen in Brüssel und bei uns das Vorgestellt haben. Die Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder sieht sehr sehr schlecht aus dank unseren unfähigen Politiker!

Praetorianer

da ich dort In der nähe wohne fahr ich täglich diese Strecke. Sogar um 5:15 steht schon eine Nutte und winkt. Aber bitte mal ganz ehrlich, der Mann der dort sein Geld ausgibt der muss ja sowie so eine Knall haben in der Birne!!! PFUI DE SAN JA SO SCHIRCH, da graust einem ja schon beim vorbei fahren. Wer bekommt bei dem Anblick einen hoch? Da vergehts einem höchstens.

nicht a jedes Mädel ist bereit in einem Laufhaus zu arbeiten.und Brautpaare die zum probeessen in das Cateringunternehmen kommen können sich doch von "Profis" beraten lassen. (unter "Profis" meine ich die Caterer

gixi Klos hinstellen.

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