Sotschi von

Biathlon-Verfolgung: Keine Medaille für Österreich

Franzose Martin Fourcade siegt, Dominik Ladertinger wird Zehnter

Fourcade © Bild: Reuters/Barria

Österreichs Biathleten sind im zweiten Herren-Olympiabewerb leer ausgegangen, nachdem sie lange um die Medaillen mitgekämpft hatten. Simon Eder wurde am Montag in der Verfolgung nach dramatischem Rennverlauf über 12,5 km Achter. Sprint-Silbermedaillengewinner Dominik Landertinger kam auf Medaillenkurs liegend nach einem Lapsus beim letzten Schießen auf Rang zehn. Christoph Sumann wurde Zwölfter.

Gold ging an Martin Fourcade. Der erfolgsverwöhnte Franzose feierte nach einer Strafrunde vor dem Tschechen Ondrej Moravec (0 Fehler) und seinem Landsmann Jean Guillaume Beatrix (1) seinen ersten Olympiasieg. "Ich bin überglücklich, es ist unglaublich", sagte Fourcade, der schon nach dem letzten Schießen jubeln konnte, weil die Konkurrenz um Landertinger schwächelte. Sein Teamkollege Beatrix schnappte Sprintsieger Ole Einar Björndalen (NOR) um 1,7 Sekunden dessen 13. Olympiamedaille weg.

Fehler von Landertinger

Fourcade war als Sechster in das Jagdrennen gegangen, das aufgrund der knappen Zeitabstände aber eher einem Massenstart glich. Landertinger hielt sich zunächst mit einem Fehler nach drei Schießeinlagen im Geschäft um Edelmetall. Er kam als Zweiter hinter dem späteren Sieger zum letzten Stehendanschlag, vor dem er aber sein Magazin fallen ließ und dann auch noch zwei Fehler fabrizierte.

"Brutal zäh"

Der Fauxpas sei aber nicht der Grund für die Fehlschüsse gewesen. Vielmehr machte Landertinger das hohe Tempo, das er selbst mitdiktiert hatte, verantwortlich. "Das war eine patscherte Geschichte, aber das hat mich nicht aus dem Konzept gebracht. Das Problem war einfach die Belastung durch das extrem hohe Tempo. Es war brutal zäh zum Laufen, die Loipe war sehr tief", meinte der Tiroler.

Er sei schon vor der Schlussrunde am Limit gewesen. "Deshalb habe ich mir beim Schießen schwergetan. Ich habe im ganzen Körper Unruhe gespürt. Ich bin froh, dass es nicht mehr als zwei Fehler geworden sind", so Landertinger, dessen Ärger sich in Grenzen hielt. "Dass die zweite Medaille so ohne weiteres hereinschneit, mit dem habe ich sowieso nicht gerechnet. Dafür muss alles passen, das war heute nicht der Fall."

Kein Gram bei Eder

Auch Eder (7. im Sprint) grämte sich nicht allzu sehr. "Wieder in den Top Ten, das ist nicht schlecht. Man muss zufrieden sein. Beim letzten Schießen ist im Eifer des Gefechts leider einer knapp links daneben gegangen. Ich habe beim Rauslaufen schon selbst den Kopf schütteln müssen, weil ich gewusst habe, dass es sich nicht ausgehen wird", meinte der gefasst wirkende Salzburger.

Bronze wäre ohne den Fehler beim finalen Schießen möglich gewesen, rechnete Eder vor. "Das wäre sich eigentlich locker ausgangen, aber was soll's, das nützt jetzt auch nichts mehr." Mit dem hohen Tempo sei er nach Anfangsproblemen ("Ich habe in der ersten Runde schon Sterndln gesehen") aber gut zurechtgekommen. "Ich bin mittendrin statt nur dabei und wir haben ja noch drei Rennen."

Makelloser Sumann

Eine makellose Schießleistung zeigte hingegen der als 20. gestartete Sumann. Der 38-jährige Silbermedaillengewinner von Vancouver war allerdings mit mehr als 50 Sekunden Rückstand am Start von vornherein chancenlos gewesen. Das Laufen sei aber eine Qual gewesen. "Wie soll ich solche Schmerzen erklären, die ich heute gehabt habe. Es war total hart. Auf der Schlussrunde ist mir durch den Kopf gegangen, 'jetzt wird's Zeit!'. Ich hätte eine Seilwinde gebraucht", erläuterte Sumann mit gewohntem Witz. Daniel Mesotitsch (38. im Sprint) belegte Rang 37.

Das nächste Herrenrennen ist am Donnerstag das Einzel über 20 km, in dem Fritz Pinter eine Chance bekommen könnte.

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