Fakten von

Oberösterreich-Wahl:
Der blaue starke Mann

Manfred Haimbuchner hat die FPÖ über 30 Prozent geführt

Manfred Haimbuchner © Bild: APA/Helmut Fohringer

Er ist erst 37 Jahre alt, aber schon erfolgsverwöhnt. Auch wenn es weniger seiner Person als vielmehr der Flüchtlingskrise zu verdanken ist, der oberösterreichische FPÖ-Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner konnte sich bei der Landtagswahl am Sonntag über eine Verdoppelung der blauen Stimmen und das historisch beste Ergebnis der FPÖ im Land ob der Enns freuen.

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Damit bestritt Haimbuchner bereits seine zweite erfolgreiche Landtagswahl. Schon 2009 hat sich die FPÖ - allerdings von einem ziemlich niedrigen Niveau aus - von 8,4 auf 15,3 Prozent fast verdoppelt. Nun liegt sie schon bei über 30 Prozent. Die Freiheitlichen haben damit die einst große SPÖ in dem Industrieland klar von Platz zwei verwiesen und den Abstand zur ÖVP deutlich verringert.

Es ist wohl kaum die Person Haimbuchners, der dieser Erfolg zu verdanken ist. Der größte Wahlhelfer der FPÖ war der Flüchtlingsstrom, darüber hinaus legte sich auch Bundesparteichef Heinz-Christian Strache kräftig ins Zeug. Er trat, obwohl er in Wien eine eigene Wahl zu schlagen hat, mehrmals in Oberösterreich an der Seite Haimbuchners auf. Und als freiheitliches Zugpferd begeistert Strache noch immer die blauen Massen.

© APA/Helmut Fohringer Ein Herz und eine Seele: Haimbuchner und Strache

Aber auch Haimbuchner versteht es, je nach Publikum auf den geeigneten Modus umzuschalten. Verbindlich in Diskussionen, polternd im Bierzelt - diese Doppelstrategie kreiden Mitbewerber ihm immer wieder an. Haimbuchner selbst stört das nicht, für ihn gehört das zum politischen Geschäft. Und davon scheint er was zu verstehen. Denn der Sohn eines eingefleischten FPÖ-Bürgermeisters ist nach dem Jus-Studium rasch die Karriereleiter in der FPÖ hinaufgeklettert. 2003 wurde er Gemeinderat in Steinhaus bei Wels, 2006 zog er in den Nationalrat ein. Bei der Landtagswahl 2009 verdoppelte der damals erst 31-Jährige den durch innerparteiliche Turbulenzen 2003 auf 8,4 Prozent geschrumpften Stimmenanteil.

Seit fünf Jahren an der Spitze

2010 löste er seinen "väterlichen Freund" Lutz Weinzinger als Landesparteichef ab. Während sein Vorgänger am rechten Rand der Partei beheimatet war und das auch offen zeigte, gibt sich Haimbuchner - "Alter Herr" des Corps Alemannia Wien zu Linz - gemäßigter. In seiner Zeit als Parteichef hatte er immer wieder mit rechten Rülpsern aus den eigenen Reihen zu tun, jede Partei habe eben ihren "Narrensaum", meint er dazu. Prominentester Fall war der ehemalige Linzer Fraktionsobmann Sebastian Ortner, der auf einem Wehrsport-Video gemeinsam mit Österreichs bekanntestem Neonazi Gottfried Küssel zu sehen war.

Haimbuchner hat heuer geheiratet, über Privates spricht er aber nicht so gerne. Er liebt Motorradfahren, Tennisspielen, Lesen, Beethoven und das Fischen. Er arbeitet gern im Garten und so mancher Tag beginnt für den passionierten Jäger bereits im Morgengrauen am Hochstand. So naturverbunden er sich als Naturschutzlandesrat gibt, so wenig kann er mit dem Klimawandel anfangen: Natürlich gebe es ihn, räumt er ein, aber, dass er vom Menschen verursacht wurde, sei eine "Ersatzreligion".

Kommentare

Die SPÖ im Bund könne froh sein hätte sie nur eine so "Halbstarken" Mann in ihren Reihen.

christian95 melden

Was sind das für Menschen?
54% der OÖ wählen weiterhin SPÖ+ÖVP obwohl wir jedes Monat neue Rekordarbeitslose haben, wir haben noch nie so hohe Steuern gezahlt, die Wirtschaft liegt danieder und SPÖ+ÖVP blockieren sich weiterhin gegenseitig und verhindern jede Reform, trotzdem haben wir immer höher Staatsschulden....
SPÖ+ÖVP erklären ihr Versagen mit den Flüchtlingen. (Warum haben dann die Grünen

christian95 melden

gewonnen?)

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