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Hunde sind fähig zu lieben

Empfinden Hunde tatsächlich dieselben Gefühle für uns?

Neurowissenschaft - Hunde sind fähig zu lieben © Bild: imago/Belga

Dass Hundebesitzer ihre treuen Vierbeiner lieben ist unumstritten. Aber wie sieht es auf der anderen Seite aus: Empfinden Hunde dieselben Gefühle? Die Antwort dazu liegt laut Wissenschaftlern im Belohnungszentrum ihres Gehirns.

Ob Tiere wirklich ein Gefühl der Liebe empfinden können, darüber streiten sich die Wissenschaftler seit Jahren. Die moderne Hirnforschung stützt mittlerweile eher Darwins Sichtweise. Denn Emotionen entstehen im sogenannten Limbischen System - einer Gehirnregion, die der Mensch mit vielen anderen Säugetieren gemeinsam hat. Sie ist mit dem Hirnstamm verbunden

Tiere lieben anders als Menschen

Der Neurologe Joseph LeDoux von der New York University in Manhattan schrieb in einem Essay in der US-Internetzeitung "Edge", dass er zwei Aspekte der Gehirnstruktur sehe, die es schwierig machten, unser subjektives Erleben auf das von Tieren zu übertragen. Denn die mit dem menschlichen Bewusstsein assoziierten Schaltkreise schließen dem Neurologen zufolge den seitlichen präfrontalen Cortex ein, der auch am Kurzzeitgedächtnis beteiligt ist. Diese Hirnregion ist beim Menschen aber viel höher entwickelt als bei anderen Säugetieren und bei einigen Tieren fehle er ganz. Am Ende kommt LeDoux zu folgendem Schluss: "Ich glaube zwar, dass Hunde und andere Säugetiere Empfindungen haben. Aber ich wüsste nicht, wie ich das beweisen sollte."

"Kuschelhormon"

Forscher der japanischen Universitäten Tokio und Kanagawa haben in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" eine Studie zur Wirkung des Hormons Oxytocin bei Hunden veröffentlicht. Dieses Hormon wird auch als "Kuschelhormon" bezeichnet und beeinflusst das soziale Bindungsverhalten. Oxytocin steigert unsere Bereitschaft, uns anderen anzunähern oder sogar zu vertrauen. In ihrem Hunde-Expetiment haben die japanischen Forscher festgestellt, dass die Tiere das Hormon verstärkt ausschütten, wenn sie Zeit mit ihren Besitzern oder mit Artgenossen verbringen.

»Die überwiegende Mehrheit der Hunde liebt uns wenigstens genauso wie ihr Futter.«

Neurowissenschaftler und Hundebesitzer Gregory Berns führte an der Emory University in Amerika Test mit Hunden durch um herauszufinden, was sie denken. Bei dem Experiment wurden die unterschiedlichen neurologischen Reaktionen auf Futter und Lob untersucht.

»Hunde sind fähig Gesichter zu erkennen«

Die Ergebnisse sind interessant: Hunde verwenden die gleichen Teile ihres Gehirns für Problemlösung wie wir es tun. "Als wir ihre Reaktionen verglichen und das Belohnungszentrum ihres Gehirns betrachteten, reagierte die Mehrheit der Hunde auf Lob und Nahrung gleich", sagte er gegenüber des US-Magazins "Fortune". Der Test zeigte auch, dass Hunde fähig sind Gesichter zu erkennen. "Nur etwa 20 Prozent reagierten stärker auf das Lob als auf das Essen. Daraus schließen wir, dass die überwiegende Mehrheit der Hunde uns wenigstens genauso liebt wie ihr Futter."

Ob das wirklich wahre Liebe ist, wird die Wissenschaft wohl nie ganz klären können. Aber die meisten Hundebestizer kennen die Antwort auf diese Frage sowieso schon längst.