Lokalcheck von

Wild gemixt im Doppelpack

Abby's Landstraße © Bild: Susanne Jelinek

Ein Name, zwei Lokale: das neue Abby gibt es sowohl in Wien als auch in Niederösterreich. Die Karte wagt ein buntes Sammelsurium.

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Man kann Sachen Schritt für Schritt angehen. Oder man wirft sich mit Karacho hinein. Abdullah Gencer und seinem Bruder Ibrahim liegt offenbar die zweite Variante mehr. Gleich zwei Lokale zu eröffnen, ist keine kleine Aufgabe. Die beiden Abbys haben die gleiche Karte mit wildem Mix von Chicken-Frühlingsrollen über Kalbsbutterschnitzerl bis zu Roter Grütze (in Österreich aus gutem Grund eher selten auf einer Karte zu finden). Das eine Abby ist der Nachfolger des Kiang in Rochusmarkt-Nähe, das andere ist in Perchtoldsdorf an der Wiener Stadtgrenze zu finden (eine kluge Wahl dank geringer Konkurrenz).

Abby's Landstraße
© Susanne Jelinek

Gastronomische Expertise bringen die Brüder auf jeden Fall zu Genüge mit. Von einem Duo, das jahrelang im Do&Co-Imperium den Kochlöffel geschwungen hat, kann man schon etwas erwarten – würde man annehmen. Doch vor typischen Stolpersteinen, mit denen neue Lokale zu kämpfen haben, sind auch erfahrene Leute nicht gefeit. Der mäßig funktionierende Abzug (ein echtes Manko bei einer offenen Küche), Probleme beim Reservieren oder extrem langwieriges Bestellen, weil das (sonst sehr bemühte) Personal so gar nicht über enthaltene Allergene Bescheid weiß (nur die Hälfte der Karte ist entsprechend gekennzeichnet): Optimal ist das alles noch nicht.

Abby's Landstraße
© Susanne Jelinek

Potenzial hätte es trotzdem – sofern man die Portionsgrößen an die Preise anpassen würde. Aktuell gehen die knusprigen Chili-Crevetten (11,50 Euro) und das Beef Bulgogi mit Rotkraut (10,50 Euro) gerade mal als Snack durch. Satt wird man zumindest von den überdimensionalen Asia-Rollen (ab 9 Euro).

Abby
Landstraßer Hauptstraße 50
1030 Wien
Täglich 11 bis 23 Uhr
01 348 09 08
abby.at