Industrie in Eurozone erholt sich langsam:
Stärkstes Wachstum seit März 2008 erzielt

Umfage: Erholung der Branche zum Vorjahresende Trotzdem: Situation für Arbeitnehmer weiterhin heikel

Industrie in Eurozone erholt sich langsam:
Stärkstes Wachstum seit März 2008 erzielt © Bild: Reuters/Schwarz

Die Industrie in der Euro-Zone hat zum Jahresende so viel Fahrt aufgenommen wie seit 21 Monaten nicht. Produktion, Auftragseingang und eine höhere Nachfrage aus dem Ausland verhalfen den Unternehmen zum stärksten Wachstum seit März 2008, wie aus einer Markit-Umfrage unter etwa 3000 Firmen hervorgeht.

Der Arbeitsplatzabbau verlor in der Folge an Schärfe. "Die Daten bestätigen, dass die europäische Industrie das Jahr gut beendet hat", sagte Markit-Experte Rob Dobson. Das sei eine deutliche Trendwende zum noch nie dagewesenen Absturz vom Jahresauftakt.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex für Dezember stieg wie erwartet auf 51,6 Punkte von 51,2 Zählern und notierte damit den dritten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Firmen steigerten dabei ihre Produktion so stark wie seit September 2007 nicht mehr, es war bereits das fünfte Plus in Folge. Erneut standen Deutschland und Frankreich an der Spitze. Italien setzte seine Aufholjagd fort, die Produktion wurde hier so kräftig gesteigert wie seit 27 Monaten nicht. Einbußen mussten dagegen die Firmen in Griechenland und Spanien hinnehmen, auch in Irland ging es wieder bergab. Ähnlich sieht das Bild auch bei den Aufträgen aus, die zum fünften Mal in Folge zulegten: Auch hier standen Deutschland und Frankreich an der Spitze und verzeichneten die stärksten Zuwächse.

Sorgen bei EZB und Kommission
Trotz der besseren Geschäfte bauten die Firmen den 19. Monat in Folge Stellen ab, alle Länder waren davon betroffen. Allerdings war das Minus so gering wie seit September 2008 nicht mehr.

Die Wirtschaft in der Euro-Zone war im Sommer wieder gewachsen. Die Europäische Zentralbank EZB und die EU-Kommission gehen nun aber von einer holprigen Belebung aus. Vor allem die Eintrübung an den Arbeitsmärkten gebe Anlass zur Sorge, erklärte die EU-Kommission.

(apa/red)