Balkon von

Ein Garten im dritten Stock

Wie Sie am Balkon auch Kräuter, Gemüse, Beerensträucher und sogar Obstbäume ziehen

Eine Frau pflanzt einen Paradeisstrauch © Bild: iStockphoto.com

Auf einem Balkon gedeihen nicht nur Blumen in Kisten: Findige Hobbygärtner ziehen dort Kräuter, Gemüse, Beerensträucher und sogar Obstbäume.

Eine Stadtwohnung ist noch lange kein Grund, keinen Garten zu haben. Das sieht jeder, der durch die Straßen spaziert: Viele Balkone sind mit Pflanzen begrünt. Julian Wenninger aus Graz hat auf seinem Balkon sogar einen Kirschbaum stehen. "Was auf welchem Balkon gedeiht, hängt davon ab, welche Topfgröße verwendet werden kann und wie viel Sonne man hat", sagt der Biologe. Er rät Hobbygärtnern, sich vorab zu informieren, welche Pflanzen sich für den jeweiligen Standort eignen. Wenninger selbst hat einen sonnigen Balkon, auf dem vieles gedeiht: Rosen und Kräuter etwa, ein Weinstock, Erdbeeren, Himbeeren in einer Mörtelwanne.

Am Balkongärtnern schätzt er, dass sich immer etwas verändert, er findet es interessant, zu beobachten, was alles gedeiht. "Ich genieße die Erholung", sagt Wenninger. Der Grazer ist in guter Gesellschaft: Einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag der AMA zufolge haben acht von zehn Österreichern einen Garten oder einen begrünten Balkon oder eine begrünte Terrasse. In den vergangenen Jahren ging der Trend von Zier- zu Nutzpflanzen, zu eigenem Gemüse und Kräutern.

Eine Frau pflanzt Kräuter
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Natalie aus Wien ist urbane Selbstversorgung sehr wichtig, sie ist Mitbegründerin einer gleichnamigen Initiative, die Workshops zu diesem Thema hält und Wildkräuterwanderungen mit Yoga veranstaltet. Auf ihrer Terrasse wachsen Obststräucher und Bäume wie Kiwis und Zwetschken, sie zieht Erdbeeren, Zucchini, Chilis, Kürbisse, Brokkoli oder Kräuter. Sogar im Winter erntet sie Grünkohl und Salat. "Im Sommer brauche ich mir gar kein Gemüse zu kaufen", sagt die 32-Jährige. "Ich möchte mich so gut wie möglich selbst versorgen können. So weiß ich, wo meine Produkte herkommen."

Zudem bereitet ihr die Gartenarbeit Freude - genau wie Corinna Poßegger aus Graz. "Es macht die Umgebung lebenswert, wenn man auf den Balkon geht und sieht, dass eine Erdbeere reif geworden ist oder ich mir meine Minigurken für meinen Salat gleich herunterschneiden kann", sagt die 27-Jährige. Nachhaltigkeit ist wichtig für sie: "Ich versuche, ein bisschen Müll zu vermeiden, indem ich einen Teil meiner Lebensmittel selbst ziehe." Darum hat sie nur Nutzpflanzen: Vogerlsalat etwa oder Radieschen, Kräuter wie Basilikum, Petersilie, Melisse oder Lavendel. Eines sollten Balkongärtner aber nie vergessen, rät Julian Wenninger: "Man sollte sich mit den Nachbarn im Stock darunter verständigen, damit es keine Probleme gibt, wenn Pflanzenteile hinunterfallen oder es beim Gießen hinuntertropft." Damit des einen Freude nicht des anderen Ärger wird.