Studie von

Österreich macht es
Zuwanderern nicht leicht

Vor allem Nicht-EU-Bürger stoßen mitunter auf große Hindernisse

Österreichische Fahne © Bild: Thinkstock

Österreich macht es Zuwanderern nicht gerade einfach, sich zu integrieren und zu partizipieren. Das geht aus dem MIPEX 2015 - der Migrant Integration Policy Index - hervor, dessen Österreich-Ergebnisse am Donnerstag in Wien präsentiert wurden. Gefordert sind unter anderem Reformen für einen einfacheren Zugang zur Staatsbürgerschaft und Kampagnen für mehr politische Partizipation.

Der MIPEX analysiert und bewertet die Integrationspolitik auf Grundlage von 144 Indikatoren in 38 Ländern. Der Fokus bei der aktuellen Studie lag auf den Themenbereichen Einbürgerung und Partizipation von Migranten. Ziel des Rankings ist es, der Politik Schwachpunkte aufzuzeigen und daraus Verbesserungsvorschläge abzuleiten, um bessere Rahmenbedingungen für Migranten zu schaffen.

In den vergangenen Jahren zogen mehr EU-Bürger und mehr sehr gut ausgebildete Personen aus Drittstaaten nach Österreich. Thomas Huddleston, Koordinator der MIPEX-Forschung, attestiert dem Land zumindest in manchen Bereichen Fortschritte, aber auch Defizite. Seit 2007 besserte sich der Indexwert um acht Punkte auf aktuell 50 Prozent, was im internationalen Vergleich den 20. Rang (von 38) bedeutet. So habe etwa der Arbeitsmarkt eine hohe Priorität für die Regierung gehabt und wurden Anti-Diskriminierungsgesetze aufgrund der EU-Vorgaben verbessert.

Hindernisse für Nicht-EU-Bürger

Das Integrationsministerium habe einige neue Initiativen gestartet, diese seien aber meist zeitlich limitiert gewesen. Huddleston ortet etliche Hindernisse für Nicht-EU-Bürger, Österreich hinke hier den meisten anderen Westeuropäischen Staaten nach. Die meisten anderen Länder bieten bessere Möglichkeiten für Zuwanderer was die Familienzusammenführung, die politische Partizipation, den Zugang zur Staatsbürgerschaft und die Bekämpfung von Diskriminierung betrifft. Laut Huddleston mangle es zudem an der Evaluierung der gesetzten Integrationsmaßnahmen.

Österreich habe keine Fortschritte bei der politischen Partizipation gemacht und fiel hier im internationalen Vergleich sogar zurück. Dabei gehe der Trend zu Reformen und Doppel-Staatsbürgerschaften, betonte Huddleston. Die Voraussetzungen für Familienzusammenführung und Einbürgerung zählen seinen Angaben zufolge zu den strengsten in Europa. Österreich schließt Migranten in sehr hohem Maß von demokratischen Prozessen aus. Diese Hürden haben ganz klar Einfluss auf die Integration der Zuwanderer, so Huddleston.

Im öffentlichen Dienst unterrepräsentiert

Positiv hebt er am Arbeitsmarkt etwa job-spezifische Sprachkurse und auch die Welcome Desks für Zuwanderer hervor. Im öffentlichen Dienst aber seien Migranten unterrepräsentiert. Die Forschung empfehle auch eine einfachere Anerkennung für im Ausland abgeschlossene Qualifikationen. Erleichtert werden sollte laut Huddleston die Familienzusammenführung, gefordert sei die Doppel-Staatsbürgerschaft und die Staatsbürgerschaft für hier Geborene. Brauchen würde es neben Reformen bei der Staatsbürgerschaft auch Kampagnen für politische Partizipation.

Die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) hielt in ihrer Begrüßung fest: "Wien ist eine Einwanderungsstadt, seit Jahrhunderten. Das ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor." Dass in Österreich geborene Kinder von Migranten nicht die Staatsbürgerschaft bekommen, sei "nicht verständlich", so Frauenberger. Sie bekräftigte auch die Forderung nach einer Öffnung des Wahlrechts, denn 24 Prozent aller Wiener im wahlfähigen Alter seien aufgrund ihrer ausländischen Staatsangehörigkeit von Urnengängen ausgeschlossen - dies zeigte der Wiener Integrations- und Diversitätsmonitor.

MIPEX ist Teil des Projekts "Integration policies: Who benefits?", das von der EU im Rahmen des Europäischen Integrationsfonds mitfinanziert wird. Die Präsentation in Wien wurde vom Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen in Kooperation mit dem Haus der Europäischen Union organisiert. Neben Österreich wurden die Daten bereits in der Slowakei und Kroatien präsentiert. Die Gesamtergebnisse werden Ende Juni in Brüssel vorgestellt.

Kommentare

Tavington melden

afrika und asien sind verdammt gross, aber alle wollen nach der winzigen europa. wir haben kein platz und luft mehr verdammt noch mal. diese menschen tun mir leid, aber es reicht.

higgs70
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Tut mit leid, wenn ich wieder mal ein Wolkenkuckucksheim zerstören muss,aber abgesehen davon,dass es hier um Zuwanderung geht,nicht um Flüchtlinge,sind weltweit in etwa 51 Mio.Menschen auf der Flucht.Davon wollen ca.500.000 nach Europa.
Und ja,das sind viele,aber dass alle hierher wollen ist schlichtweg falsch.Es sind 1%,die meisten bleiben in der Region, sogar in ihrem Land (Binnenflüchtlinge).

higgs70
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Guckst du hier:
https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten.html

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Danke für die Infos Higgs. Ich hätte weit mehr als 50 Millionen geschätzt die geflüchtet sind. Ich hätte auch deutlich mehr als 500.000 geschätzt die es nach Europa zieht. Bei 500 Millionen Einwohner innerhalb der EU halte ich 500.000 Flüchtlinge aber für kein Problem. Das wäre auf 1000 Europäer ein Flüchtling. Mir wäre das die Menschlichkeit wert......

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Ich müsste also 1 Promille meines Einkommens dafür aufwenden, damit ein Flüchtling in Ruhe und Frieden leben kann. Die paar Euro hätte ich in der Tat gerne übrig. Auch wenn Mißbrauch bekämpft werden muß, sollte man dies aber nicht auf Kosten der tatsächlich Hilfesuchenden machen.

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Jetzt muss ich mein eigenes Posting kommentieren: Wenn ich dieses 1 Promille dem ganzen Hass und der Hetze gegenüber stelle, die diesen Menschen hier und auch sonst vielerorts entgegen gebracht wird, sieht man die Schwächen der eigenen Wahrnehmung. Bei den meisten geht es hier wohl um 2 bis 3 Euro pro Monat, die eine derartige Gehässigkeit auslösen. Als ob es keine anderen Probleme gäbe.

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Errare humanum est, in errore perseverare stultum.... In diesem Sinne hoffe ich, daß viele Menschen bereit sind, ihr eigenes Denken, Vorurteile und Unwahrheiten die sie für sich selbst zur Wahrheit gemacht haben, zu überdenken.

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Sagenhaft diese Diskussionen hier, sobald es um das eine Thema hier. Da paart sich Unwissenheit mit der Lüge, mit der Demagogie, da werden reihenweise Behauptungen aufgestellt, die nur sehr einfachen und sehr eingeschränkten "Gehirnen" einfallen können. Kein Wunder, daß man uns international so sieht wie man uns sieht. Christian hat Recht. Wir haben es echt nicht besser verdient. Pfui Teufel

christian95 melden

Das darf man nicht einmal denken, wer so etwas sagt wird sofort beschimpft:
Zuwanderung und Asyl ist ein gutes Geschäft! Jene die behaupten "das Boot ist noch nicht voll" verdienen besonders gut mit Deutschkurse, Rechtsberatung, Wohnungssuche usw.
Politische Parteien die sich besonders für diese armen Menschen einsetzen bekommen später von den Familienclans stappelweise ausgefüllte Wahlkarten.

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Die Zuwanderung ist in Summe tatsächlich ein gutes Geschäft. Ohne Zuwanderer würde in Österreich kein einziges Krankenhaus funktionieren, ohne Zuwanderer würde zahlreiche infrastrukturelle Einrichtungen sofort kollabieren. Aber in Ihrer eigenen Welt, basteln Sie sich wohl lieber alles zusammen, wie es am besten zu Ihrer sehr eingeschränkten Sichtweise passt.

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Und wenn die Asylanten in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, die Sie hier ja ebenfalls immer kritisieren, so viele Arbeitsplätze hier sichern, wie für Deutschkurse, Rechtsberatung, Wohnraumsuche und Wohnraumschaffung, dann plädiere ich dafür, noch viel mehr zu holen. ihrer Theorie zufolge bedeuten viele Asylanten, viele Arbeitsplätze. Also tun wir was gegen die Arbeitslosigkeit, oder?

higgs70

Also schlicht und brachial:
Zuwanderung bedeutet Probleme;das hat nichts damit zu tun,dass irgendwer der kommt schlechter ist, sondern einfach mit der Tatsache,dass verschiedene Sichtweisen der Welt sich immer an irgendwelchen Punkten reiben. Und es erhebt sich die kaum zu beantwortende Frage, wieviel Anpassung notwendig und ab wann es ein Eingriff in die Rechte des Gegenübers ist. Kommt mehr als eine Gruppe, entstehen noch zusätzliche Reibungsflächen zwischen den Ethnien.Dazu kommt noch das Problem der Menge (Ein Kärntneranzug in London wäre ein interessanter Exote, 500.000 in dem Gwandl würden wohl anders wahrgenommen werden) und der lokalen Verteilung (würden sich unsere chinesischen Mitbürger nicht so verstreuen,wäre ihr Standing auch anders).
Das alles enthebt uns aber nicht, jeden Einzelnen der kommt, mit dem gleichen Respekt zu behandeln den wir einfordern, nicht nur, weil wir es denen schuldig sind, sondern weil es unsere eigene Tradition ist und andere nur überzeugt, wenns auch gelebt wird.

christian95 melden

Zuwanderer machen es Österreich nicht leicht!
Schon wieder ein Jihadisten-Paar am Flughafen Wien festgenommen.
Auch in Hessen waren Anschläge geplant, ebenfalls Zuwanderer....

christian95 melden

Vor etwa 20 Jahren (vor der schrankenlosen Massenzuwanderung) konnte man rauchen, trinken, eine Koffer am Bahnhof vergessen, wurde auf öffentlichen Plätzen nicht gefilmt....
So gesehen haben es ALLE nicht leicht, nicht immer NUR die Zuwanderer.

Eloy melden

Wieviele Drittweltländer sind in der westlichen Welt eingefallen und haben Kriege geführt? Umgekehrt war es aber unzählige Male der Fall. Wie man in den Wald hineinschreit so hallt es zurück. Zählen sie mal die Opfer die auf unser Konto gehen in WK1+2! Sie sind und bleiben ein ganz gefährlicher Hetzer!

und die Regierung glaubt sie haben von irgendwas Ahnung .. ja von dem vielleicht wie sie meinen dass es sein soll .. Faymann mitterlehener .. macht einmal einen auf Undercover . .dann werdet ihr sehen was los ist . .dazu seids ihr alle zu feig .. ihr würschteln

thadoggpound melden

Herrlich! Karaokebaer, Gringo100 und christian95 schaffen es nicht, fehlerfreie Postings in ihrer Muttersprache zu verfassen, werfen zugleich aber Zugewanderten pauschal mangelnde Sprachkenntnisse vor.

Karaokebaer melden

sollten sie, verehrter thadoggpound, die mangelhafte Großschreibung der Hauptwörter in meinem Posting kritisieren . dann Hut ab . sie haben den Kern der Sache voll erfasst . hoffentlich kommen sie nicht eines Tages in die Situation dass ein Immigrant sie auslacht weil er mehr kriegt als sie. Sie haben auch sicher aus Nächstenliebe schon ein paar Zuwanderer bei sich aufgenommen . sollte schon sein.

Karaokebaer melden

Sollte das aber nicht der Fall sein . dann bitte schnell eines ihrer freien Zimmer freimachen . und schön brav mit den Zuwanderern Deutsch lernen . und nicht bös sein wenn sie Ihnen den Mittelfinger zeigen . .so sind sie halt .. nicht alle aber viele. Sorry . .aber bei Ihrer Meinung brauchen Sie so eine Antwort

Eloy melden

@Karaokebaer: Man erkennt schon dass wir uns von der Ideologie des Schicklgruber nicht selber gelöst haben sondern gewaltsam davon befreit wurden. Der Virus spukt noch lange in den Köpfen mancher herum.

Eloy melden

@Karaokebar: Wir müssen den Zuwanderern die sich integrieren wollen das Gefühl geben hier willkommen zu sein, darum geht es in diesem Artikel. Dann wir die Integration auch funktionieren und die werden auch Vorbild sein für jene die unwillig sind. Wir haben (noch) den Ruf ein gastfreundliches Land zu sein, verspielen wir das nicht.

Rumor13 melden

Klar -- wir müssen und die Zuwanderer dürfen........
Integration funktioniert nur in den Vorstellungen bei Euch Sozialträumern sonst nirgends.

Eloy melden

Niemand muss, niemand darf. Integration besteht aus Bringschuld und Holschuld. Aber wenn sie meinen, ja dann bin ich halt ein Sozialträumer. Aber lieber ein Sozialträumer als einer der vor jedem Fremden in Paranoia gerät. Das hatten wir schon, ein zweites mal ist nicht notwendig.

ams deutschkurs .. wenn das kurszentrum zu weit weg ist gehen wir zum Hausarzt .. der schreibt krank .. oh Gott in weiss .. Hauptsache er kriegt seinen Anteil vom ecard reinschieben .. selbst erlebt . .die leute kommen gar nicht bis zu ihm das macht die Sprechstundenhilfe .. GKK augen auf .. da seid ihr gefordert ... und der Österreicher daneben wird peinlichst befragt warum er eigentlich da ist

meine frau erlebt das täglich in ihrem beruf . .Menschen die 15 und mehr jahre in Österreich sind können kein deutsch .. und kriegen die volle stütze .. die gebürtigen Österreicher kriegen null ... und jetzt soll mir einer von gesetzgebenden gfrastern sagen warum das so ist

Gringo100 melden

Wie soll ich dem Zugewnderten sagen das er nicht an die Hauswand
unter meinen Fenster pinkeln soll wenn er mich nicht versteht??
O.K. Eloy

Eloy melden

So wie manche österreichische und deutsche Männer in Thailand deren Frauen und jungen Mädchen nähern und ihnen zu erkennen geben was sie von ihnen für 20€ wollen ohne ein Wort thailändisch zu können. O.K. Gringo100?

christian95 melden

Zuwanderer aus nicht EU Ländern machen es Österreich nicht leicht sich zu integrieren wenn sie unsere Sprache nicht lernen.

Eloy melden

Die Zuwanderer haben es schwer, ... insbesondere wenn diese ihre Postings lesen ...

mawi67 melden

Ja, manche der Schreiberlinge leben auf einem anderen Planeten. Die sehen die Migranten nur im TV oder in der Zeitung. Wenn sie aber tagein tagaus erleben, dass sich diese Leute über uns dumme Österreicher scheckig lachen, da wir arbeiten bis zum Umfallen und ihnen ein super Leben ermöglichen, dann kann ich nur mehr staunen über das Geschreibsel der Gutmenschen.

Eloy melden

Ich habe tagtäglich auch im Beruf mit Zuwanderern zutun. Die arbeiten mindestens gleicht hart für ihr täglich Brot wie unser einer. Ja ich bin STOLZ darauf ein "GUTER MENSCH" zu sein. Aber ihre Vorurteile sind wirklich erschreckend!
Und wenn Ö ein zweites Mal auf dem Misthaufen der Geschichte landet kann ich behaupten nicht mit Leuten wie "christian95" oder "mawi67" mitgelaufen zu sein!

freud0815 melden

es gibt in wien auch für die österreicher genug arbeit, aber weshalb soll man österreichische hauptschüler ohne englischkenntnisse einstellen, wenn es zb aus indien studierte entwickler gibt, die mind 6 sprachen sprechen? auch die pendler aus bratislava haben ein höheres bildungsniveau. an allem sind die ausländer schuld......wien wär undenkbar schmutzig ohne deren hilfe

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