WM-Gastgeber von

Entwicklungsland Brasilien

Korruption und soziale Ungleichheit sorgen für Spannungen unterm Zuckerhut

Skyline von Rio de Janeiro. © Bild: Thinkstock

Mit der Fußball-WM vom 12. Juni bis 13. Juli will sich Brasilien als "Land der Gegenwart" präsentieren. Sozialproteste zeigten jedoch, dass die ehemalige Kolonie Portugals der hohen Erwartungshaltung nicht ganz gerecht werden kann. "Brasilien ist noch immer ein Entwicklungsland mit all seinen Problemen", sagte der brasilianische Botschafter in Wien, Evandro Didonet.

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Als Brasilien vor sieben Jahren mit der Ausrichtung der WM-Endrunde beauftragt wurde, verfiel das Land in Euphorie: Der damalige Präsident Luiz Inacio Lula da Silva holte dem Rekordweltmeister und seinem "Jogo Bonito" (Schönes Spiel) endlich das größte Fußball-Turnier der Welt nach Hause. "Wir werden eine großartige WM organisieren", war sich Lula sicher. Auch international bereitete man sich auf ein Sommermärchen vor.

Doch seitdem im vergangenen Juni Tausende Protestierende in den Metropolen Brasiliens auf die sozialen Missstände und die weitverbreitete Korruption in dem Land aufmerksam gemacht haben, scheint von der anfänglichen Euphorie nur mehr wenig übrig zu sein. Die rund zehn Milliarden Euro für die WM-Organisation könnten sie in anderen Bereichen besser gebrauchen, war die Meinung der Demonstranten. Denn es sind die fehlenden Ärzte, das schlechte Bildungssystem, der Mangel an Infrastruktur und die Gewalt, die die Brasilianer, aber auch die internationalen Medien beschäftigen.