Wiener Festwochen von

Jörg Haider-Doubles gesucht

Look-alikes und Stimmimitatoren des verstorbenen Kärntner LHs werden gecastet

Wiener Festwochen - Jörg Haider-Doubles gesucht © Bild: APA/Eggenberger

Für die Festwochen-Produktion "New Boemian Gastarbeiter Opera" werden Jörg-Haider-Imitatoren gesucht. Wie es in einer Aussendung heißt, werden sowohl Look-alikes als auch Stimmimitatoren benötigt. "Wir brauchen kein spezifisches Alter, und auch Frauen sind eingeladen, sich zu melden", so die Macher der "Doku-Performance".

"Die Gastarbeiteroper ist eine Baustelle. Stück für Stück bauen und stückeln wir sie zusammen. Im Pfusch natürlich. Die Vorlage (ein ganzes Land: Jugoslawien) und die Subjekte (die Gastarbeiter) sind uns abhandengekommen. Selbst Jörg Haider ist tot." Um "aussagekräftige Bewerbung mit audiovisuellen Unterlagen" wird bis 30. April gebeten an die Mail-Adresse boem@postism.org . Die Endauswahl wird im Rahmen einer öffentlichen Probe am 16. Mai stattfinden.

Scheuch empört
Kritik gegen diese Aktion gab es indes vom FPK-Klubobmann Kurt Scheuch. Empört zeigte sich dieser darüber, dass pietätlose Menschen mit Jörg Haider, einem der größten Landeshauptleute Kärntens, über den Tod hinaus miese Geschäfte machen, sei nichts Neues. Nach wie vor diene Dr. Jörg Haider auch dazu, Zeitungsverkaufszahlen zu steigern, in dem wilde Spekulationen über ihn verbreitet werden. "Gegen all das kann sich einer der beliebtesten Männer Kärntens schon lange nicht mehr wehren. Trotzdem passieren all diese ungeheuerlichen Dinge", so Scheuch in einer Aussendung.

"Schändlicher Tiefpunkt"
Und auch das BZÖ ließ kein gutes Haar an der Sache. "Die Wiener Festwochen galten bisher immer als seriöses und anspruchsvolles kulturelles Ereignis der österreichischen Bundeshauptstadt, das weit über Wiens Grenzen hinweg großes Ansehen erlangte. Aber mit der diesjährigen Festwochen-Produktion "New Boemian Gastarbeiter Opera", bei der Jörg-Haider-Imitatoren gesucht werden, wird nun ein schändlicher Tiefpunkt erreicht", kritisierte heute der geschäftsführende Obmann des BZÖ-Kärnten Sigisbert Dolinschek.

"Ein Theaterstück, das als solches offenbar nicht einmal existiert, wird nicht dadurch besser, dass man es an prominente Namen aufhängt. Sich dabei auch noch eines Toten zu bedienen, ist billig, schäbig und rundum abzulehnen. Im Sinne der von der Wiener Stadtregierung so gerne gesehenen und geförderten Multi-Kulti-Szene wäre es zudem sicher hilfreicher, wenn Gastarbeiter Szenen aus ihrer ehemaligen Heimat den eingesessenen Wienern nahe bringen, dies allerdings auch in österreichischem Deutsch", erklärte Dolinschek.

Kommentare

Na so ein Double wird aber schwer zu finden sein. Oder gibts in unserem Land doch mehr verantwortungslos rasende alkoholisierte fremdenfeindliche Autofahrer als erwartet? ;-)

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