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Trabrennbahn in der Krieau
bleibt erhalten

Zukunft trotz Wohnungsbauinitative gesichert. Sanierung hat bereits begonnen.

Die Trabrennbahn in der Krieau bleibt erhalten. © Bild: APA/Herbert Neubauer

Finanzielle Probleme und marode Tribünen und Stallungen: Das Schicksal der denkmalgeschützten Wiener Trabrennbahn Krieau war lange unklar. Jetzt scheinen die Turbulenzen ein Ende zu haben: "Die Zukunft der Trabrennbahn ist gesichert", erklärte Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. In dieser kündigte sie 10.000 neue Wohnungen in ganz Wien an.

Eine der denkmalgeschützten Tribünen wurde bereits saniert, das soll jetzt auch mit den beiden weiteren baufälligen Tribünen geschehen. Auch ein Teil der Stallungen - ebenfalls in "sehr baufälligem" Zustand - soll renoviert und neu genutzt werden. Damit genügend Platz für die Pferde bleibt, entstehen auf dem Areal, das derzeit hinter den Tribünen als Parkplatz genutzt wird, neue Stallungen. Die Trabrennbahn selbst wurde bereits ein bisschen verkleinert. "Das ist eine Adaptierung, damit sie internationalen Maßstäben entspricht", so Vassilakou.

Die Trabrennbahn ist Teil eines der aktuellen Stadtentwicklungsprojekte der Stadt Wien. Auf dem Areal hinter den Stallungen und der Westkurve sollen in den kommenden Jahren 800 Wohnungen für 1.800 Menschen entstehen - aufgrund der nahen Wirtschaftsuniversität "insbesondere auch Angebote für Studierende", wie die Verkehrsstadträtin erklärte. Der Nutzungsmix sieht je zur Hälfte Wohnungen und Geschäfte oder Büros vor. Durch neue Querungen soll zudem die direkte Zufahrt zum Wiener Prater ermöglicht werden.

10.000 neue Wohnungen geplant

Die Krieau ist nur eines von sechs neuen Stadtentwicklungsgebieten, in denen die Stadt in den kommenden Jahren den Bau von rund 10.000 neuen Wohnungen, in die etwa 20.000 Menschen einziehen sollen, plant. In den nächsten Tagen werden die sechs Projekte der Stadtentwicklungskommission vorgestellt, noch in diesem Jahr sollen die Widmungsverfahren eingeleitet werden. Konkret geht es um das Seeparkquartier Aspern, das Gebiet rund um die U2-Station Hausfeldstraße, die Umgebung um das Radstadion, das Areal um den Nordbahnhof, die Muthgasse und eben die Krieau. Gemeinsam soll den neuen Stadtarealen nicht nur ein hoher Grün- und Freiflächenanteil, sondern auch die gemischte Bebauung für Wohnungen, Büros und Geschäfte sein.

Für alle Projekte bis auf die Muthgasse plant Vassilakou zudem ein großteils autofreies Verkehrskonzept: Motorisierter Individualverkehr wird innerhalb der Viertel nur für kurze Zufahrten erlaubt sein. Der Großteil der Wege soll zu Fuß zurückgelegt werden - Sammelgaragen an den Rändern sollen den benötigten Stellplatz für Autos bieten, alternative Mobilitätskonzepte wie etwa Car Sharing integriert werden. 2015 sollen die Widmungsverfahren großteils abgeschlossen sein. Mit einem Baubeginn rechnete die Verkehrsstadträtin allerdings frühestens im Jahr 2017.

In Aspern entsteht Europas größtes Holzhochhaus

Im Seeparkquartier Aspern sind derzeit zusätzlich zum Bildungs-und Forschungscampus 700 neue Wohnungen geplant, außerdem freut sich die Verkehrsstadträtin hier auf das mit 100 Metern Höhe "höchste Holzhochhaus Europas". Die Planungen seien derzeit am Laufen, die Bereitschaft für das Projekt sei aber "sehr groß".

Im 26 Hektar großen brachliegenden Gebiet nahe der U2-Station Hausfeldstraße sollen in Zukunft 2.900 neue Wohnungen entstehen, rund um das Radstadion neben dem Einkaufszentrum Stadioncenter sind ebenfalls Wohnungen für 1.000 Menschen projektiert. Dazu muss die "Sport- und Fun-Halle" weichen, für die derzeit ein Ersatzstandort gesucht wird. Das viel diskutierte Hochhaus nahe der Meiereistraße wird allerdings laut Vassilakou nicht entstehen.

Park am Nordbahnhof

Für das 20 Hektar große Teilareal des Stadtentwicklungsprojekts Nordbahnhof plant die Stadt Wien nicht nur mehrere Hochhäuser, sondern auch einen zehn Hektar großen Park, wie Omar Al-Rawi, Stadtentwicklungssprecher der Wiener SPÖ, schilderte. 4.000 Wohnungen sollen hier entstehen. Während Vassilakou den Nordbahnhof als eines der wertvollsten Stadtentwicklungsprojekte bezeichnete, fiel das Urteil zur Muthgasse nicht ganz so positiv aus: "Hier steht viel leer, eigentlich ein Autoabstellplatz." Das soll sich nun ändern: Neben der Schaffung von Frei- und Grünflächen entlang der Gleisanlagen will die Verkehrsstadträtin 1.000 Wohnungen schaffen und die Muthgasse verkehrstechnisch durch eine Zufahrt von der Grinzinger Straße auf die B14 entlasten.

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