Weitere Abschiebungen möglich

Neuer Protest geplant - Wirbel um Video: Demonstrantin von Polizeibeamten verletzt

Von den acht Flüchtlingen aus dem Servitenkloster in Wien sind bereits die ersten abgeschoben worden, nun kämpfen die Flüchtlinge um den Verbleib der restlichen Schubhäftlinge. Eine weitere Demonstration fand am Abend vor dem Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände statt. Unterdessen regt ein Video von den Protesten am Montag auf: Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie eine Demonstrantin mit einem Polizisten zusammenstößt und sich dabei verletzt.

von Wien: Demo gegen Abschiebung von acht Flüchtlingen aus dem Servitenkloster. © Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Der Verein "Resistance for Peace" hat mittlerweile Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien gegen den Beamten erstattet, wie ein Sprecher gegenüber NEWS.AT bestätigt. Die Frau sei eindeutig zu Boden gestoßen worden, heißt es von Seiten des Vereins.

Caritas: Weitere Abschiebungen wahrscheinlich

Wie viele der acht Flüchtlinge bisher schon abgeschoben worden sind, ist noch unklar. Vier der Betroffenen sollen laut Flüchtlingen bereits nach Pakistan ausgeflogen worden sein. "Die restlichen Flüchtlinge sind derzeit noch im Servitenkloster gemeldet", bestätigt Caritas-Sprecher Martin Gantner. Die Situation dort sei momentan ruhig. Er könne nicht sagen, ob unmittelbar weitere Abschiebungen bevorstehen würden. Die pakistanische Botschaft stelle aber derzeit mehrere Rückreisezertifikate aus. "Die Angst der übrigen Flüchtlinge, abgeschoben zu werden, ist real und begründet", sagt Gantner. Der Caritas-Sprecher kritisiert auch, dass die Abwicklung der Fälle nicht so schnell erfolgt sei, wie vom Innenministerium angekündigt. Statt weniger Monate ziehe sich das Ganze nun schon über ein halbes Jahr hin. "Und auffällig ist auch, dass es bis jetzt keinen einzigen positiven Bescheid, sondern nur negative gegeben hat", teilt der Experte mit. Die Caritas kämpfe schon seit Jahren für Verbesserungen des Systems und gegen die verfehlte Flüchtlingspolitik.

Die Caritas werde weiterhin 24 Stunden am Tag für die Flüchtlinge da sein und sie so gut wie möglich mit Hilfe von Rechtsberatern unterstützen.

Schönborn: "Sie haben Angst um ihr Leben"

Auch Kardinal Christoph Schönborn will sich künftig für die Flüchtlinge im Servitenkloster einsetzen. "Mit tut es menschlich weh, weil wir die Menschen wirklich kennengelernt haben und wissen, sie sind nicht hier hergekommen aus Jux und Tollerei, sondern schlicht, weil sie Angst um ihr Leben haben", sagt er im Ö1-Morgenjournal. Schönborn hoffe nun, dass es den Abgeschobenen möglich ist, in Pakistan eine neue Existenz aufzubauen. Über die Kirche und die Caritas in Pakistan werde man versuchen, dass sie "den Schutz weiter bekommen, den wir ihnen versprochen haben und dann doch nicht durchhalten konnten". Er hätte auf ein humanitäres Bleiberecht gehofft, sagt der Kardinal. Seinen Standpunkt habe er auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner in einem Telefongespräch mitgeteilt.

Weitere Demo

Am Dienstagabend haben nach Polizeiangaben etwa 700 Personen an einer neuen Kundgebung zur Unterstützung der Flüchtlinge aus dem Wiener Servitenkloster teilgenommen. Gegen 22 Uhr war die Demonstration noch im Gange, sie sollte bis zirka 22.30 Uhr andauern, sagte ein Polizeisprecher. Zwischenfälle gab es demnach bisher keine. Die Demonstration startete vor dem Polizeianhaltezentrum Roßauer Lände, danach zogen die Demonstranten über die Hörlgasse zur ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse sowie über den Friedrich Schmidt Platz bis zum Minoritenplatz. Dort war vor dem Innenministerium die Abschlusskundgebung angesetzt.

Weiterführender Link:

Homepage der Asylwerber: Refugee Protest Camp Vienna