Weil ihn die blöde Biene gestochen hat:
Kein Dopingverfahren gegen Cannavaro

Italiens Teamkapitän wütend über Presseberichte Dopingverdacht zu Unrecht: "Geht mir auf die Eier"

Weil ihn die blöde Biene gestochen hat:
Kein Dopingverfahren gegen Cannavaro © Bild: Reuters/Hutchings

Das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) hat das Verfahren gegen Fabio Cannavaro eingestellt und damit der Dopingposse um Italiens Teamkapitän ein Ende gesetzt. Ein Bienenstich und ein nicht geöffneter Brief hatten den Abwehrchef von Alexander Manningers Club Juventus Turin zu Unrecht unter Dopingverdacht gebracht. "Das geht mir auf die Eier", beschwerte sich der wütende Cannavaro über die voreiligen Dopingschlagzeilen in der italienischen Presse.

"Da wirst du von einer Biene gestochen und dann findest dich als Doper in den Zeitungen wieder", schimpfte der Weltmeister von 2006. Er habe ein reines Gewissen. Cannavaro war bei einer Dopingkontrolle am 29. August positiv auf Cortison getestet worden. Die Substanz war jedoch in einem Antiallergikum, das dem Fußballer als Notfallpräparat nach dem Bienenstich verabreicht werden musste. Der Club hatte das CONI und die Nationalelf bereits vor der Dopingkontrolle über die Notfallbehandlung informiert. Eine schriftliche Rückfrage des CONI war dann aber bei den Turinern verloren gegangen.

So leitete das CONI nach dem positiven Dopingtest ein Verfahren gegen Cannavaro ein. Nach Prüfung des Attestes und einer Anhörung des Fußballers hatte der Chef der Antidopingkommission, Ettore Torri, selbst die Einstellung des Verfahrens beantragt.

"Ich hoffe, es bleibt nichts davon hängen", sagte Cannavaro, der sich zum zweiten Mal zu Unrecht mit Doping in Verbindung gebracht sah. 2005 waren Fernsehbilder aufgetaucht, die ihn während seiner Zeit beim AC Parma an einem Tropf hängend zeigten. "Damals habe ich Mist gebaut, weil ich mich so filmen ließ, wobei die zugeführte Substanz alles andere als verboten war", betonte Cannavaro. Diesmal habe Juve den Fehler gemacht.
(apa/red)