Berührendes Interview von

Waltraut Haas: Mariandls stille Tränen

Nach Erwin Strahls Tod fand die Schauspielerin wieder zurück ins Leben

Berührendes Interview - Waltraut Haas: Mariandls stille Tränen

Es gibt Menschen, bei denen man das Gefühl hat, dass sie immer schon da waren, irgendwie zu unserem Leben gehören - und zu denen zählt Waltraut Haas. Der älteren Generation ist sie noch aus dem Kino bekannt, Jüngere kennen sie hauptsächlich aus den Fernsehnachmittagen am Samstag, wo sie sich launig durchs Programm sang und tanzte. Ob als "Mariandl" oder als "Rösslwirtin", wann immer man sie sah, hatte man das Gefühl: Alles wird gut!

NEWS: Fau Haas, Sie sind im Schloss Schönbrunn aufgewachsen. Wie kam das?
Waltraut Haas: Meine Mutter hat dort ein Lokal übernommen. Ich war damals sechs Jahre alt und mein Bruder war drei. Mein Vater war ein Jahr vorher gestorben, und meine Mutter musste alleine für uns sorgen. In Schönbrunn zu wohnen, war für uns Kinder sensationell. Am Abend sind die Tore zugesperrt worden, dann hat der ganze Schlosspark uns gehört. Im Sommer sind wir immer im Neptunbrunnen nackt schwimmen gegangen. Es war einfach wunderschön, dort aufzuwachsen. Meine Adresse war auch: Waltraut Haas, Wien, Schloss Schönbrunn.

NEWS: Ihre erste Filmrolle war das Mariandl im "Hofrat Geiger". Wie war das für Sie als junges Mädchen, mit Hans Moser und Paul Hörbiger zu spielen?
Haas: Ich war schon ein bisserl ängstlich und erschrocken, diesen Größen zu begegnen. Der Hans Moser hat das gleich bemerkt. Er kam zu mir her, hat mich lieb angeschaut und gesagt: "Brauchst keine Angst haben. Pass auf, du bist für mich die Haasi und ich bin für dich der Hansi." Und zu den Umstehenden: "Und ihr seids alle ganz lieb, denn die Kleine steht unter meinem Schutz." Und so war es dann auch. Hans Moser ist dann zu meinem Ersatzpapa geworden und ist es auch all die Jahre geblieben.