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Vorarlberger SPÖ will Mitglieder künftig besser einbinden

Neuer SPÖ-Landeschef Staudinger: "Wir sind keine One-Man-Show"

Die Vorarlberger SPÖ will ihre Parteigenossen aufgrund der Ergebnisse der Mitgliederbefragung in Zukunft besser einbinden. Die Möglichkeit, sich einzubringen, sahen in der Vorarlberg-Auswertung 70 Prozent der Parteimitglieder als gegeben an, 21 Prozent verneinten das. Hier strebe er höhere Werte an, so der designierte SPÖ-Chef Martin Staudinger. Die SPÖ Vorarlberg habe rund 2.000 Mitglieder.

Auch die Betreuung der Parteigenossen sah Staudinger als ausbaufähig an. 76 Prozent sahen sich gut betreut, 15 Prozent nicht. Er wolle Mitglieder künftig in Echtzeit über Aussendungen und Pressekonferenzen informieren, erklärte Staudinger. "Wir sind keine One-Man-Show, wir brauchen jedes Mitglied", so der neue SPÖ-Chef am Freitag bei einer Pressekonferenz. Seit der Bekanntgabe, dass er die Partei übernehme, verzeichne die Vorarlberger Sozialdemokratie jeden Tag ein neues Mitglied. Die Gründe für einen Parteieintritt gerade jetzt seien vielfältig, etwa die schwarz-blaue Bundesregierung oder die Aufbruchsstimmung in der SPÖ Vorarlberg.

In der Betreuung des Parteinachwuchses offenbarte die Befragung ebenfalls Nachholbedarf. 31 Prozent verneinten eine gute Jugendarbeit. "Wir haben uns des Themas bereits angenommen und die junge Generation der SPÖ neu gegründet", erklärte Staudinger dazu. 84 Prozent waren in der Befragung "stolz, SPÖ-Mitglied zu sein" - ein Wert über dem Bundesschnitt, so der neue SPÖ-Chef erfreut. In Vorarlberg nahmen zudem mit 29 Prozent mehr Mitglieder teil als in Gesamt-Österreich (22 Prozent).

Die Zustimmung zum Grundsatzprogramm lag mit 83 Prozent etwa im Bundesschnitt (85 Prozent), allerdings machten dazu 14 Prozent der Befragten keine Angaben. Auf die Frage, woran das liegen könnte, erklärte Staudinger, die Mitglieder hätten eine Kurzversion des neuen Grundsatzprogramms erhalten. Er halte es für legitim, wenn jemand nicht das ganze Programm lese und darum keine Aussage dazu machen wolle. Versteckte Nein-Stimmen zum SPÖ-Kurs, etwa in den Bereichen Klimawandel oder Migration, wollte Staudinger dahinter nicht verstanden wissen.

75 Prozent der Vorarlberger Parteifreunde sprachen sich dafür aus, künftig über Koalitionsabkommen abstimmen zu können. 82 Prozent befürworteten eine Stärkung der Mitgliederrechte. 89 Prozent waren für eine Einschränkung von Ämteranhäufungen - "ein Problem, das wir in Vorarlberg nicht so haben", räumte Staudinger ein. Die Umfrageergebnisse fließen in den Bundesparteitag am 6. und 7. Oktober ein.

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