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Verletzte bei Protesten gegen geplantes Atommülllager in Frankreich

Demonstranten und Polizei lieferten sich heftige Auseinandersetzungen in Bure

Bei Protesten gegen ein geplantes Atommülllager im ostfranzösischen Bure haben sich Demonstranten und Polizei heftige Auseinandersetzungen geliefert. Demonstranten warfen den Behörden zufolge am Dienstagnachmittag Steine und Brandsätze auf die Sicherheitskräfte. Die Beamten setzten einen Wasserwerfer, Tränengas und Blendgranaten ein. Es gab mehrere Verletzte.

Die Präfektur des Departements Meuse erklärte, an den Protesten in Bure hätten rund 300 Demonstranten teilgenommen. Die meisten seien vermummt gewesen, hätten Helme getragen und seien mit Stangen bewaffnet gewesen. Demnach wurden zwei Polizisten und mindestens drei Demonstranten verletzt.

Die Gegner des Atommülllagers erklärten, auf ihrer Seite seien sechs Menschen schwer und rund 30 leicht verletzt worden. Die Demonstranten seien Opfer einer "sehr brutalen Repression" seitens der Polizei geworden. Demnach nahmen an den Protesten gegen das Atommülllager 1.000 Personen teil.

In dem knapp 80 Kilometer westlich von Nancy gelegenen Bure sollen künftig in 500 Metern Tiefe die am stärksten strahlenden Abfälle aus den französischen Atomkraftwerken eingelagert werden, vor allem abgebrannte Kernbrennstäbe. Gegen das Vorhaben gibt es schon lange Proteste. Kritiker zweifeln die Sicherheit des Standorts an, an dem bereits in einem unterirdischen Forschungslabor die Stabilität der Erd- und Gesteinsschichten getestet wird.

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