UNO-Vermittler Rohan dementiert heftig:
"Teilung des Kosovo steht nicht zur Debatte"

Verhandlungen in Wien für Ende August geplant

Eine Teilung der südserbischen Provinz Kosovo steht für die internationale Staatengemeinschaft weiterhin nicht zur Debatte. Dies betonte der stellvertretende UNO-Kosovo-Vermittler Rohan. Der EU-Vertreter in der Kosovo-Troika, Ischinger, hatte am Wochenende nicht ausgeschlossen, dass die Provinz geteilt werden könnte, sollten sich Belgrad und Pristina darauf verständigen.

Ischinger, werde Medienberichten, die dem widersprächen, "sicherlich entsprechend richtig stellen", führte Rohan aus. Der stellvertretende UNO-Kosovo-Vermittler verwies in diesem Zusammenhang auf die Leitprinzipien der Kosovo-Kontaktgruppe, welche die aus EU, USA und Russland bestehende Troika erst jüngst bestätigt habe. Darin sei eine Teilung des Kosovo "ganz klar und ohne Missverständnisse" abgelehnt worden.

Eine Teilung der Provinz wäre "schädlich", weil nur die Hälfte aller Kosovo-Serben im ethnisch relativ homogenen Nordteil der Provinz leben. Für die Serben im Rest des Kosovo würde eine Teilung damit "nichts bringen", betonte der österreichische Diplomat. Rohan räumte ein, dass der Nordteil des Kosovo "de facto unter starker Kontrolle Belgrads ist". Allerdings unterhalte die NATO einen Stützpunkt in dieser Region und auch die Kosovo-Polizei sei dort präsent, meinte der frühere Generalsekretär im Wiener Außenamt auf die Frage, ob sich die dortigen Serben nicht ohnehin vom Kosovo abspalten werden, sollte die Region in die Unabhängigkeit entlassen werden.

Die Kosovo-Troika lud unterdessen die Vertreter Belgrads und Pristinas zu getrennten Treffen nach Wien ein. Diese dürften am 29. und 30. August stattfinden, berichtete die albanischsprachige kosovarische Tageszeitung "Zeri". Nach diesen Treffen werde die Troika über eine erneute Reise in die Region entscheiden, berichtete das Blatt.

(apa)