Unfassbares Martyrium einer 20-Jährigen: Täter nach intensiver Fahndung nun gefasst

Frau von Paar festgehalten und schwer misshandelt

Ein mutmaßliches ungarisches Zuhälterpärchen ist am vergangenen Wochenende in Salzburg geschnappt worden. Das Pärchen soll bereits seit dem Vorjahr eine 20-Jährige in Graz festgehalten und zur Prostitution gezwungen haben. Dem schwer misshandelten Opfer gelang nach Monaten schließlich die Flucht - daraufhin liefen die Ermittlungen an. Wie die Exekutive mitteilte, stehen der 38-Jährige und seine 30-jährige Freundin im Verdacht, noch weitere Frauen nach Österreich und Deutschland gelockt und an verschiedene Bordellbetreiber vermittelt zu haben.

Im Sommer 2006 hatte die 20-Jährige das Pärchen in Ungarn kennengelernt. Als die junge Frau über Geldmangel klagte, bot ihr der 38-Jährige an, ihr in Österreich einen Job als Putzfrau zu vermitteln, berichtete ein Beamter des Landeskriminalamt Steiermark, Bereich Menschenhandel und Schlepperei, im APA-Gespräch. Die 20-Jährige willigte ein und fuhr im Dezember mit den beiden im Auto des 38-Jährigen nach Graz.

Dort allerdings wurde sie in ein Bordell gebracht: "Die 30-Jährige hat in einem Betrieb angefragt, ob sie und ihre Freundin dort arbeiten könnten", so der Kriminalist. Da die Papiere stimmten und die 20-Jährige - die kein Wort deutsch spricht - nicht den Eindruck gemacht haben soll, dass sie sich in Gefahr befand, wurde sie eingestellt.

"Die junge Frau war dort dann die ganze Zeit unter Aufsicht. Die Verdächtige war ständig in ihrer Nähe, hat auch gemeinsam ein Zimmer mit ihr bezogen", sagte der Polizist. Dort soll das Pärchen die 20-Jährige dann geschlagen und sie vergewaltigt haben: Die 30-Jährige soll das Opfer dabei am Bett festgehalten haben. Außerdem soll sie ständig bedroht worden sein: "Dass ihr oder ihrer Familie etwas angetan wird." Die Frau sei so eingeschüchtert worden, dass sie sich nicht traute, sich jemanden anzuvertrauen. Auch bei Polizeikontrollen hätte die 20-Jährige niemanden zu verstehen gegeben, dass sie in Gefahr sei.

Schließlich gelang dem Opfer die Flucht: "Sie hat Hilfe bekommen." Daraufhin liefen die Ermittlungen an. Das Pärchen war nach der Flucht der jungen Frau untergetaucht; der Exekutive gelang es aber, seine Spur aufzunehmen. Am vergangenen Freitag in Salzburg konnten die Kriminalisten schließlich zuerst die 30-Jährige und zwei Tage später den 38-Jährigen ausfindig machen. Die Frau wurde geschnappt, als sie auf einem Lkw-Parkplatz am Walserberg der Prostitution nachging.

Die beiden Ungarn wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Das laut Polizei schwer misshandelte Opfer wurde vom Bundeskriminalamt in einer Betreuungsstätte untergebracht. Die Frau muss nach wie vor psychologisch betreut werden, so die Sicherheitsdirektion Steiermark. Laut dem Kriminalisten soll das Pärchen mit anderen Zuhältern in Kontakt gestanden und in Begleitung mit fünf bis sechs weiteren möglichen Opfern in Bordellen in Österreich und Deutschland aufgetreten sein. Die Ermittlungen seien noch im Laufen.

(apa/red)