Unfall bei Auto-Rennen in OÖ: Neunjähriger Bub schwebt noch immer in Lebensgefahr

Vater wurde bei tragischem Unglück schwer verletzt Mutter und Tochter kamen bei dem Unfall ums Leben

Unfall bei Auto-Rennen in OÖ: Neunjähriger Bub schwebt noch immer in Lebensgefahr © Bild: APA/EPA/Bott

Nach dem schweren Unfall bei einem Autorennen am Sonntag in Oberösterreich, bei dem eine 34-jährige Deutsche und ihre 13-jährige Tochter ums Leben gekommen sind, bangten die Ärzte noch um das Leben des neunjährigen Sohnes der Familie. Dass Versäumnisse des Veranstalters an der Tragödie schuld sein könnten, schloss Rennleiter Wolfgang Schuster aus. Die Zukunft des Internationalen Auto-Bergrennens in St. Agatha ist dennoch ungewiss.

Das Rennen findet seit 23 Jahren statt. Laut Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen habe es bisher keine gröberen Vorkommnisse gegeben. Heuer endete es jedoch mit Toten: Am Sonntag kurz vor Mittag kam ein Wagen von der Strecke ab, wurde durch die Luft geschleudert und krachte in eine vierköpfige Familie aus dem Landkreis Passau in Bayern, die hinter der Sicherheitsabsperrung stand. Für die 34-jährige Mutter und ihre 13-jährige Tochter kam jede Hilfe zu spät. Der 40-jährige Vater und der neunjährige Sohn der Familie wurden schwer verletzt.

Vor allem über den Zustand des Buben sind die Ärzte besorgt: Er habe schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen und liege im künstlichen Tiefschlaf, erklärte der Leiter der Intensivmedizin im UKH Linz, Nadjdat Ghazwinian. In diesem Zustand könnten jederzeit Komplikationen auftreten, sieht er die Lebensgefahr noch nicht gebannt. Der Vater des Neunjährigen wurde auf eigenen Wunsch zu seinem Sohn nach Linz überstellt. Er sei außer Lebensgefahr, aber psychisch gehe es dem 40-Jährigen "extrem schlecht", so die Mediziner.

Suche nach Ursachen
Mittlerweile hat die Suche nach der Ursache des folgenschweren Unfalls begonnen. Das Auto wurde gerichtlich beschlagnahmt, der Wagen soll technisch genau untersucht werden. Bezirkshauptmann Christoph Schweitzer, dessen Behörde die Veranstaltung genehmigt hat, versprach am Montag lückenlose Aufarbeitung der Geschehnisse. Ob das Rennen noch einmal bewilligt werde, sei unsicher.

Rennleiter Wolfgang Schuster vermutet einen Fahrfehler als wahrscheinliche Ursache des Unfalls. Überhöhte Geschwindigkeit soll demnach daran schuld gewesen sein. "Mindestens 170 km/h sind zu schnell für diese Kurve, dazu kommt noch eine Verkettung unglücklicher Umstände", erklärte Schuster. Laut dem Begutachtungsprotokoll habe man jede Vorgabe der Fachleute mehr als genau eingehalten.

Die Bezirkshauptmannschaft betonte ebenfalls, dass bei der Genehmigung des Rennens sämtliche Auflagen, wie sie etwa von der FIA vorgegeben werden, beachtet worden seien. Für die Oberste nationale Sportkommission (OSK) war der Abstand zwischen Besucherzone und Rennstrecke aber "offensichtlich nicht ausreichend". Aufschluss über die Ursache könnten die Aufnahmen der Bordkamera bringen, die ebenfalls beschlagnahmt wurden. Laut Rennleitung war es Zufall, dass genau der Unfallwagen eine Kamera eingebaut hatte - nur bei drei oder vier von 141 Rennteilnehmern sei das der Fall gewesen, so Schuster.
(apa/red)