Trauriger Rekord von

Weltkarte der Kriege

Derzeit weltweit 424 poltische Konflikte - Zahl der Kriege auf 21 gestiegen

Trauriger Rekord - Weltkarte der Kriege © Bild: Thinkstock

Eine erschütternde Bilanz: Heidelberger Konfliktforscher zählten für das Jahr 2014 424 Konflikte, von denen 46 aufgrund des massiven Einsatzes organisierter Gewalt und ihrer gravierenden Folgen als "hochgewaltsam" eingestuft wurden. 21 davon wurden als Krieg eingestuft. 2013 waren es noch 20 - und das verteilt auf eine erheblich geringere Anzahl von Staaten.

Erstmals seit 2008 wurde auch Europa wieder Schauplatz eines Krieges, als die seit den Maidan-Protesten in Kiew angespannte Lage in der Ukraine eskalierte. Dabei kam es im Osten des Landes zu hochgewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der neuen Regierung und verschiedenen Milizen.

Krieg
© REUTERS/Sergey Polezhaka

Auch in Amerika und Asien verzeichnete das HIIK jeweils einen Krieg.

Die meisten Kriege fanden wie in den letzten Jahren im Vorderen und Mittleren Osten (9) und im subsaharischen Afrika (9) statt, wobei sich die Zahl im Vorderen und Mittleren Osten um drei Kriege erhöhte und im subsaharischen Afrika um zwei Kriege reduzierte.

Heidelberger Konfliktbarometer
© Heidelberger Konfliktbarometer Zum Vergrößern Bild klicken

Außerhalb von Europa wurde das hochgewaltsame Konfliktgeschehen in den Regionen häufig von transstaatlich agierenden Gewaltakteuren bestimmt, die sich hinsichtlich ihrer Handlungen und Zielsetzungen zunehmend vom staatlichen Rahmen entfernten und zu einer grenzüberschreitenden Ausweitung kriegerischer Auseinandersetzungen beitrugen. Am deutlichsten trat diese Entwicklung in den Konflikten mit den militanten Gruppen Islamischer Staat (IS/ISIS) im mittleren Osten und Boko Haram in Westafrika in Erscheinung.

Mexiko: Einziger Krieg aus Profitgründen

Wie in den letzten Jahren blieb der Krieg in Mexiko zwischen Drogenkartellen und der Regierung der einzige Krieg, der nicht aus ideologischen Gründen oder politischer Macht wegen, sondern primär aus profitorientierten Gründen geführt wurde. Im Herbst kam es zu gewaltsamen Protesten gegen die Regierung, nachdem Polizisten protestierende Studenten verschleppt und an ein Drogenkartell ausgeliefert hatten. Insgesamt wurden für Mexiko sowie Süd- und Mittelamerika neun gewaltsame Konflikte mit kriminellen Organisationen verzeichnet, die diese in Kolumbien und Mexiko, wie im Vorjahr, auch hochgewaltsam untereinander austrugen.

Darum geht es bei den Konflikten

Zu den häufigsten Gegenständen zwischenstaatlicher Konflikte zählten neben Territorium (50) und internationaler Macht (35) auch Bodenschätze, Fischgründe und Wasser. Das HIIK registrierte im Jahr 2014 außerdem 166 innerstaatliche Konflikte mittlerer Gewaltintensität, von denen 38 um Ressourcen, 40 um Sezession oder Autonomie, und 119 um nationale Macht und/oder die Veränderung des politischen Systems ausgetragen wurden. Letztere wurden in vielen Fällen von sozialen Protestbewegungen getragen, insbesondere in Bangladesch, Brasilien, Hongkong, Pakistan, und Venezuela. In Ägypten, Burkina Faso, und Thailand griff das Militär in die Konflikte ein.

Kommentare

"... stellt euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin ..." Wie schön wäre es wenn dieser tolle Spruch der pazifistischen Friedensbewegung einmal Realität wird.

Oberon
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Gründe, um Kriege zu führen... Machtstreben kann man nicht ausmerzen, dieses "Gen" haben manche Menschen in sich aber was Fischgründe und Bodenschätze angeht, warum lässt sich da nichts zum Guten bewenden?
Ich weiß, es ist wieder einmal einfach gedacht, aber warum setzen sich nicht die Verantwortlichen aller betroffenen Länder an einen Tisch zusammen und handeln - auf Augenhöhe(!) - ...

Oberon
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2.) ... eine für alle zufriedenstellende Lösung aus?

Eloy melden

... weil es immer Leute gibt die von der Ausseinandersetzung mehr profitieren als vom Frieden.

Der größte und gefährlichste Kriegstreiber ist die USA! Und es geht ihnen immer nur um geopolitische Machtinteressen und Rohstoffe! Der Dollar als Weltleit(d)währung kann nur mehr durch militärische Erpressung überleben.

Oberon

Schade, dass das Bild mit der Großmutter entfernt wurde. Da hatte der Krieg ein Gesicht, jetzt sind es nur kalte Zahlen. :-(

Oberon

Bei dem Bild mit der weinenden ukrainischen(?) Großmutter hat es mich ordentlich gerissen.
Ehrlich gesagt, da fehlen mir die Worte...

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