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Verlassene Orte

Geisterstädte, verfallene Funparks & Gruselinseln - diese Orte sind Touristenmagnete

Buzludzha © Bild: 2012 AFP/Getty/DIMITAR DILKOFF

Surreal und furchteinflößend wirken Orte, Häuser und Städte plötzlich, wenn sie von Menschen verlassen werden. Doch gerade das zieht viele Touristen an: In sicheren, geführten Touren kann man sich so gemeinsam gruseln und Familie und Freunden zuhause tapfer die beeindruckenden Bilder zeigen.

Haus der kommunistischen Partei Bulgariens, Buzludzha

Was aussieht wie ein landendes UFO, ist der ehemalige Sitz der kommunistischen Partei Bulgariens auf dem Mount Buzludzha. Weder für den Abriss noch die Renovierung des Relikts ist Geld übrig und so zerfällt das ovale Konstrukt zusehends. Für Touristen ist das Gebäude ein Must-See.

House of the Bulgarian Communist Party — Mount Buzludzha, Bulgaria
© 2012 AFP/Getty/DIMITAR DILKOFF
House of the Bulgarian Communist Party — Mount Buzludzha, Bulgaria
© 2012 AFP/Getty/DIMITAR DILKOFF

Hotel del Salto in Bogotá, Kolumbien

Das Hotel del Salto gehört zu den berühmtestens Spuk-Hotels der Welt. Früher der Treffpunkt der High Society wurde das Hotel mit Aussicht auf die spektakulären Wasserfälle "Salto del Tequendama" in den 90er Jahren geschlossen.

Hotel del Salto
© Wikicommons/ ArturoAparicio

Das ehemalige Hotel wurde zu einem Museum umfunktioniert, aber die gruselige Atmosphäre bleibt bestehen. Vielleicht auch deswegen, weil hier - nahe dem Abgrund - überdurchschnittlich viele Selbstmorde stattfanden. Man sagt, dass hier seltsame Dinge geschehen, wenn der Nebel steigt ...

Hotel del Salto
© Wikicommons/ Pedro Felipe

Gemeinde Craco in Italien

Die Geisterstadt Craco gehört zu den gefährdeten Kulturdenkmalen der Erde. In den 60er Jahren wanderten aufgrund eines verheerenden Erdrutsches viele Einwohner ab, so dass die Straßen und Gassen meist menschenleer sind. Die altertümliche Kulisse war bereits mehrfach in Kinofilmen zu sehen, zum Beispiel in Mel Gibsons "Die Passion Christi".

Craco in Italien
© Corbis/ Stephan Knödler
Craco in Italien
© Corbis/ Stephan Knödler

Olympia-Bobbahn in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

Als Sarajevo 1984 die Olympische Winterspiele ausrichtete waren Tausende Zuseher hier, doch nach der Zerstörung im Bürgerkrieg blieben nur noch Ruinen stehen. Einheiten der bosnisch-serbischen Artillerie hatten die Anlage als Festung genutzt, während sie Sarajevo einkesselten und beschossen.

© 2014 AFP
Sarajevo Olympic Bobsleigh and Luge Track
© Getty/AFP/ ELVIS BARUKCIC

Michigan Central Station in Detroit, USA

Während der Bauzeit vor über 100 Jahren war die Michigan Central Station das höchste Bahnhofsgebäude der Welt. Doch heute steht der Bahnhof verlassen da - schon seit Dekaden fahren keine Züge mehr ein. Der verlassene Bahnhof wird heute manchmal als Drehort für Filmprojekte genutzt.

Michigan Central Station
© Getty/ Spencer Platt
Michigan Central Station
© Corbis/ Eric Smith / Demotix

Prypyat in der Ukraine

Gruseliger geht es nicht: Die Stadt Prypjat wurde nach dem Tschernobyl-Reaktorunglück von 1986 geräumt - sie liegt mitten in der unbewohnbaren 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk. Im Rahmen geführter Touren können Extremtouristen hier zum Beispiel den verlassenen Rummelplatz besichtigen.

Pripyat, Ukraine
© Imago/Thomas Lebie
Pripyat, Ukraine
© Imago/Thomas Lebie
Pripyat, Ukraine
© Imago/Thomas Lebie

Geisterstadt Bannack in Montana, USA

In den USA gibt es viele verlassene Städte - eine davon ist die ehemalige Goldgräberstadt Bannack in Montana. Nachdem die wertvollen Bodenschätze entnommen worden waren, verließen die Menschen die Siedlung wieder. Seitdem rotten Häuser und Fahrzeuge langsam vor sich hin.

Bannack
© © Corbis. All Rights Reserved.
Bannack
© © Corbis. All Rights Reserved.

Isla de las Muñecas in Mexico

Diese mexikanische Insel gehört ohne Zweifel zu den gruseligsten Orten der Welt. Die "Isla de las Muñecas" ist aus dem gleichen Stoff gemacht wie Albträume und Horrorfilme. Hier hängen Hunderte von ramponierten Kinderpuppen in toten, verwesten Bäumen. Die Legende besagt, dass vor fünfzig Jahren ein totes Mädchen aus dem Moor gefischt wurde. Kurz danach zogen die Fischer eine Puppe aus dem Morast. Und am nächsten Tag die nächste, und tags darauf die nächste…

Isla de las Muñecas
© Wikicommons/ Eneas De Troya
Isla de las Muñecas
© Wikicommons/ Esparta Palma

Insel Hashima im Ostchinesischen Meer

Die Kohlearbeiterinsel ist seit Jahren unbewohnt. Im Zweiten Weltkrieg fanden hier grausame Morde an chinesischen und koreanischen Zwangsarbeiter statt. Die der Verwitterung überlassene Insel ist ein Mahnmal der rücksichtslosen Industrialisierung und Ausbeutung von Mensch und Natur – seit 35 Jahren kommen nur noch Touristen hierher.

Hashima Island
© Imago/IPON
Hashima Island
© Imago/IPON
Hashima Island
© Imago/IPON

Freizeitpark Wonderland in Peking, China

Auf einem 40 Hektar großen Gelände sollte der größte Freizeitpark Asiens entstehen. 1988 stoppten die Bauarbeiten wegen Grundstücksstreitigkeiten bzw. zu hohen Immobilienpreisen. Nun zerfällt der traurige Park zusehends.

Wonderland Amusement Park
© Imago/China Foto Press
Wonderland Amusement Park
© Imago/China Foto Press
Wonderland Amusement Park
© Imago/China Foto Press

Siedlung Kolmanskop in Namibia

Der afrikanische Ort war ursprünglich nur als Diamantsucher-Camp gedacht, wurde dann aber von seinen reichen Bewohnern zu einem Luxusort mitten in der Wüste ausgebaut. Doch Kolmanskop war nur ein Paradies auf Zeit: Nachdem keine Diamanten mehr zu finden waren, verließen die Menschen das Dorf und der Sand begräbt es nun langsam unter sich.

Kolmanskop, Namibia
© imago stock&people
Kolmanskop, Namibia
© imago stock&people
Kolmanskop, Namibia
© imago stock&people

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