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Koubek hofft vor Davis Cup gegen Weißrussen weiter auf Thiem

Entscheid bis Mittwoch - "Am liebsten wäre mir, wenn er am Freitag da ist und einen Punkt holt"

St. Pölten (APA) - Österreichs Davis-Cup-Team tröpfelt auf Raten zur Vorbereitung auf den Erstrunden-Länderkampf der Europa/Afrika-Zone I in Sankt Pölten ein. Bei der Dienstag-Trainingseinheit in Niederösterreichs Landeshauptstadt waren nur Gerald Melzer und Dennis Novak auf dem Tennis-Court, am Freitag und Samstag die möglichen Einzelspieler. Komplett wird die fünfköpfige ÖTV-Equipe erst am Mittwoch sein.

Der 32-jährige Philipp Oswald wurde ebenso wie Sebastian Ofner noch am Dienstag erwartet. Der Vorarlberger Oswald reiste per Zug aus seiner Heimat an, der 21-jährige Ofner trat zur Führerscheinprüfung an. Österreichs Kapitän Stefan Koubek bezeichnete den im VAZ St. Pölten aufgelegten Sandplatz als normal - weder schnell, noch langsam. Ob Novak oder Ofner neben Melzer am Donnerstag im Landhaus Sankt Pölten für das Einzel ausgelost wird, entscheidet sich im Mittwoch-Training.

Eine mögliche Variante war für Koubek am Dienstag aber auch noch, dass Dominic Thiem doch noch ins Team rutscht. Mit dessen Coach Günter Bresnik habe er einige Gespräche darüber geführt. Eine Entscheidung sollte bis Mittwochfrüh fallen. "Ich möchte und hoffe, dass er spielt", sagte Koubek. Der Kärntner habe den Weltranglisten-Sechsten beim Training in der Südstadt gesehen und erkannt, dass dieser nach seiner Rückkehr von den Australian Open müde und erschöpft sei.

"Wir haben alles versucht, um ihm alle Wünsche zu erfüllen", verdeutlichte Koubek, dass Österreichs Tennis-Star nicht unbedingt alle Teamverpflichtungen eingehen müsste. "Am liebsten wäre mir, wenn er am Freitag da ist und einen Punkt holt. Er muss nicht bei der Mannschaft sein", verdeutlichte der 41-Jährige, betonte aber auch, dass es schöner wäre, wenn das gesamte Team immer beieinander wäre. Das nächste ÖTV-Training in St. Pölten ist für Mittwoch, 14.00 Uhr, angesetzt.

Zumindest ein Weltranglisten-Sechster steht aber auf jeden Fall in der rot-weiß-roten Mannschaft, und zwar Oliver Marach. Der Doppel-Triumphator von Melbourne hatte nach seiner Rückkehr von Melbourne noch eine ärztliche Konsultation vor sich, wird für Mittwoch in St. Pölten erwartet. "Er hat freie Hand und kann machen, was er will", bekräftigte Koubek, dass die späte Anreise des Steirers für ihn überhaupt kein Problem sei. "Das Wichtigste ist, dass er am Samstag auf dem Platz steht."

Koubek bescheinigte Marach einen unglaublichen Saisonstart, der 37-Jährige hat mit dem Kroaten Mate Pavic neben den Australian Open auch zwei weitere Titel eingeheimst, auf dem Court ist das Duo sogar seit Oktober unbesiegt. Koubek: "Ich hoffe, dass das im Davis Cup so weiter geht. Ich glaube, er weiß gar nicht mehr, wie man verliert." Der Coach sieht sein Team als Favorit, da die Weißrussen auch ohne den 40-jährigen Doppel-Routinier Max Mirnyi spielen.

Oswalds Doppelpartner auf der ATP-World-Tour erhielt zwecks Regeneration eine Pause, der beim 3:1-Sieg der Weißrussen im April in Minsk im Einsatz gewesene Egor Gerasimow ist verletzungsbedingt diesmal nicht dabei. Weißrusslands Kapitän Wladimir Woltschkow sieht daher auch eine klare Ausgangslage: "Ich favorisiere Österreich hier auf Sand. Für meine Spieler sehe ich das auch als Sprungbrett, dass sie gegen so gute Leute spielen können."

Sein aufgebotener Topmann Ilja Iwaschaka kommt mit dem Selbstvertrauen eines Halbfinal-Einzugs bei einem Challenger in Koblenz nach Niederösterreich, hat Melzer im April in vier Sätzen besiegt. Auf Sand sei es aber etwas Anderes, meinte Woltschkow. Allerdings geht es nach einer Modusänderung nur noch "best of three", das gebe dem Außenseiter auch mehr Chancen. Der 27-jährige Melzer liegt in der Weltrangliste auf Rang 98, der 23-jährige Iwaschka ist 190.

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