Tag der Entscheidungen bei Wr. Tierschutz-Verein: Präsidentin Lucie Loube tritt ab!

1. Gerichtstermin: 1,23 Mio. € Konkursforderungen 400000 € Kaution, sonst droht Schließung des Hauses

Tag der Entscheidungen beim im Konkurs befindlichen Wiener Tierschutzverein: Präsidentin Lucie Loube ist vom Amt der Präsidentin zurückgetreten. Eine entsprechende Mitteilung von Masseverwalter Valentin Piskernik hat Loube im Gespräch mit der APA bestätigt. Ihr Nachfolger ist der bisherige Vizepräsident Michael Antolini.

Weiters wurden beim ersten Gerichtstermin in der Causa Konkursforderungen in der Höhe von exakt 1,233.804,33 Euro anerkannt. Die "Berichts- und Prüfungstagsatzung" fand vor dem Konkursrichter in Wiener Neustadt statt.

Schließung des Tierschutzhauses droht
Nicht nur personelle Veränderungen gibt es, auch dem Tierschutzhaus des Vereins in Vösendorf droht die Schließung. Laut Masseverwalter Piskernik lukriert das Haus deutlich weniger als die notwendigen Kosten: "Die Lage ist zweifellos dramatisch." Zwar strebe man eine Fortführung an. Dazu muss der Verein allerdings bis zum 25. Februar eine Kaution in Höhe von 400.000 Euro hinterlegen.

Andernfalls "ist die kurzfristige Schließung vorgesehen", so Piskernik nach der Verhandlung im Gespräch mit der APA. Die Höhe der Kaution wurde bei der heutigen Tagsatzung festgelegt - und zwar nachdem der Masseverwalter die Schließung des Hauses beantragt hatte. Ohne massive Herabsetzung der Leasingraten für das Gebäude sei eine kostendeckende Führung nämlich nicht möglich, so Piskernik. Er habe darum die Schließung beantragen müssen.

Der Verein - vertreten durch einen Anwalt - hat demnach mit dem Angebot zur Hinterlegung der Kaution die Schließung abwenden können. Laut Piskernik belaufen sich die monatlichen Gesamtausgaben für das Haus auf rund 350.000 Euro.

In der Pressemitteilung des Masseverwalters heißt es: "Die Versorgung der Tiere vor Ort ist im Moment noch gewährleistet; wenn aber die Kaution nicht fristgerecht erledigt werden kann und keine andere Lösung gefunden wird, ist die Versorgung über den Februar 2007 hinaus nicht gesichert."

Insgesamt 180 Gläubiger stellen an Tierschutzverein Forderungen in Höhe von 1,23 Mio. Euro. Von ihnen sind rund 100 Mitarbeiter des Vereins. Der größte finanzielle Brocken entfällt allerdings auf die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (NÖGKK). Nicht anerkannt wurden laut Piskernik die Forderungen jener Leasinggesellschaft, die Eigentümerin des Tierschutzhauses ist - da es hier laufende Rechtsstreitigkeiten gibt.

Lucie Loube bleibt dem Verein zumindest teilweise erhalten, auch wenn sie das Amt der Präsidentin abgibt. "Ich habe es wirklich freiwillig zurückgelegt", unterstrich Loube im APA-Gespräch. Sie bleibe weiterhin im Vorstand und gehe im Frieden. Sie wolle aber den Weg für die Zukunft freimachen, auch wenn sie nichts Gutes erwarte, wie sie betonte. Loube war seit 1990 - mit einer kurzen Unterbrechung - Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins.

Der Wiener Tierschutzvereins hatte am 11. Dezember 2006 beim Landesgericht Wiener Neustadt wegen Zahlungsunfähigkeit Konkurs angemeldet.

(APA/red)