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Unter 30-Jährige suchen Halt und Orientierung

Studie: Interesse für eigene Person größer als für System und Gesellschaft

Die vielen Optionen durch die Globalisierung und Digitalisierung überfordern junge Menschen. Drei Viertel der 14- bis 29-Jährigen suchen Halt und Orientierung in ihrem Leben, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Die von Integral Markt- und Meinungsforschung und T-Factory Trendagentur durchgeführte Studie beleuchtet die Lebenswelten junger Menschen.

"Es geht uns darum zu verstehen, wie Jugendliche in einer komplexen, unübersichtlichen Welt zu einer Identität und sozialer Anbindung und schlussendlich einer Lebenstüchtigkeit finden", sagte Bertram Barth, Geschäftsführer von Integral. Unter Jugendlichen werden in der Studie alle 14- bis 29-Jährigen verstanden. Das Thema Körper und Selbstdarstellung wird besonders beleuchtet.

Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und Zukunftsängste werden bei den Jugendlichen immer größer. Das Vertrauen in die Funktionstüchtigkeit des Staates und die Kompetenz der Eliten sind weiter gesunken, die Zukunftsängste der jungen Bevölkerung nehmen zu. "Bedenklich ist eine Entwicklung, in der Jugendlichen Lebensperspektiven verweigert werden und Zukunft als nicht-gestaltbar dargestellt wird", sagte Barth. Nur jeder Fünfte der Befragten blickt gesellschaftlich optimistisch in die Zukunft, 40 Prozent sind pessimistisch. Der Anteil der Pessimisten hat sich im Vergleich zur Studie vor drei Jahren um zehn Prozentpunkte erhöht. Obwohl es einen allgemeinen Pessimismus gibt, sind sechs von zehn der Befragten optimistisch, wenn es um ihre persönlichen Zukunftschancen geht. Ein Drittel ist jedoch skeptisch, fast jeder Zehnte fühlt sich abhängig und ist relativ hilflos.