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Streit um gemeinnützige Wohnbauten

Investor Tojner lenkt ein

Im Streit um den Kauf von 4.000 Sozialwohnungen der Wohnbauvereinigung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (WBV-GÖD) durch den Investor Michael Tojner hat dieser nach Widerstand der WBV-GÖD offensichtlich eingelenkt.

Er sicherte ihr schriftlich zu, dass er an der Gemeinnützigkeit des Objektes nichts ändern will, berichtet der "Kurier" (Freitag-Ausgabe).

Hintergrund war die Befürchtung des Verkäufers, Tojner könnte - wie schon bei anderen Sozialbauten - eine Umwandlung in eine gewinnträchtigere freie Widmung vornehmen. Allerdings soll diese Sorge erst eingetreten sein, als das Objekt bereits verkauft war, berichteten zuletzt mehrere Medien.

Am vergangenen Sonntag ging dann die WBV-GÖD in Form des Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Gregorich (SPÖ) in die Offensive. "Wir kämpfen für den Erhalt Tausender Sozialwohnungen und das Interesse ihrer Bewohner", teilte er in einer Aussendung mit.

Wegen des Interessenskonfliktes wurde auch die interne Revision eingeschaltet, die diese Woche mit ihrer Prüfung beginnen sollte. Dazu kommt es, aufgrund der schriftlichen Zusicherung von Tojner, nun nicht mehr, schreibt der "Kurier".

Käufer der WBV-GÖD war nicht Tojner direkt, sondern die Schweizer Keystone Holding, die mittlerweile dem Unternehmer Christian Hosp gehört, der wiederum Geschäftspartner von Tojner ist.

Tojner war zuletzt einer breiteren Öffentlichkeit rund um den Streit um das Heumarkt-Projekt in Wien bekannt geworden, das zu heftigen Turbulenzen innerhalb der Wiener Grünen geführt hat und letztendlich doch gebaut werden soll.

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