Streit um die Sexzellen:
Traute Zweisamkeit im Häf’n

Streit um die Sexzellen:
Traute Zweisamkeit im Häf’n

Nach Leoben plant nun auch Stein Kuschel-Zellen. Jedoch: Die Forderungen nach Prostituierten werden vom Ministerium abgelehnt.

Es ist die größte Justizanstalt Österreichs: Stein im niederösterreichischen Krems. In kaum einem anderen Gefängnis sitzen so viele zu lebenslangen Strafen Verurteilte ein wie in dem Haus an der Donau. Die gute Nachricht für alle Häftlinge dort: Ab Mitte Februar wird auch in Stein möglich sein, was im Mustergefängnis Leoben bereits seit längerem praktiziert wird – dann nämlich werden die Insassen ihre Frauen und Kinder in einem eigenen Appartement treffen dürfen, innerhalb der Gefängnismauern freilich, in eigens dafür adaptierten Räumen.

Der Zweck des Wohn-Services: Langzeithäftlingen soll mehr Kontakt zu Bezugspersonen, die in Freiheit sind, ermöglicht werden – so soll eine spätere Wiedereingliederung in die Gesellschaft vereinfacht werden.

Vorbild Leoben. In der Justizanstalt Leoben, in Österreichs modernstem Gefängnis, wurden die Zellen im Frühjahr 2006 eingerichtet. In einem Wohnappartement, in dem einzig die dicken Gitterstäbe vor den Fenstern und der Ausblick auf die Gefängnismauer an eine Haftanstalt gemahnen, können Häftlinge ihre Partnerinnen treffen – ohne Bewachung und bis zu 24 Stunden lang. Das Interesse der Insassen nach Zweisamkeit hat sich bislang allerdings in Grenzen gehalten: Von den rund 200 Häftlingen wurden erst 28 Ansuchen auf Benutzung des Raumes gestellt – 20 davon wurden genehmigt.

Kritiker betonen, dass durch die neuen Zellen dem Freiheitsentzug der Schrecken genommen würde. Justizministerin Berger verteidigt das Konzept: „Es hat keine verharmlosende Wirkung. Weil Freiheitsentzug an sich keine harmlose Angelegenheit ist“.

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