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Strache und Kneissl empfangen israelischen Abgeordneten Glick

Treffen kommende Woche - Umstrittener Politiker will in Jerusalem dritten Tempel errichten

Vizekanzler Heinz Christian Strache und Außenministerin Karin Kneissl (beide FPÖ) empfangen nächste Woche den umstrittenen israelischen Parlamentarier Yehuda Glick. Der FPÖ-Chef werde den Abgeordneten der rechtskonservativen Regierungspartei Likud am 13. Februar in Wien treffen, bestätigte Straches Sprecher Martin Glier am Montag der APA. Über den Inhalt des Treffens könne er noch nichts sagen.

Dabei dürfte es sich nach Angaben von Glier um einen "Freundschaftsbesuch" handeln. Es ist nicht das erste Treffen zwischen Strache und Glick überhaupt, allerdings das erste, seit Strache in der Regierung sitzt. Der orthodoxe jüdische Rabbiner gilt als glühender Verteidiger des FPÖ-Chefs. Er sei überzeugt, dass dieser österreichische Politiker ein "guter gläubiger Christ" sei und viel Verständnis für Israel habe, sagte Glick nach der Regierungsbildung im Dezember im israelischen Rundfunk.

Einen "Höflichkeitsbesuch" will Glick auch Außenministerin Kneissl abstatten, bestätigte Sprecherin Elisabeth Hechenleitner der APA. Der Knesset-Abgeordnete habe um ein Treffen angefragt, dabei dürfte es um ein "reines Kennenlernen" gehen. Ob das Gespräch am 12. oder 13. Februar stattfinden wird, konnte Hechenleitner am Montag noch nicht sagen.

Der seit 2016 in der Knesset sitzende Politiker sorgte in Israel immer wieder für Schlagzeilen. Glick wurde 1965 in den USA geboren und kam noch als Kind nach Israel. Dort machte er es sich zum Lebensinhalt, dass Juden auf dem Tempelberg beten dürfen. Er setzt sich zudem für die Errichtung eines dritten Tempels in Jerusalem anstelle des von den Römern im Jahr 70 n. Chr. zerstörten herodianischen Heiligtums ein, das die heiligste Stätte des jüdischen Glaubens gewesen war. Dort befindet sich aber heute die drittheiligste Stätte des Islam, der "Al-Haram al-Sharif" mit Al-Aqsa-Moschee und Felsendom.

Am Felsendom war der Aktivist viele Male festgenommen worden, weil er dort mit anderen Juden Gebete zu verrichten suchte. Dies wird nicht nur von der Polizei, sondern auch von den Großrabbinern untersagt. Die große Mehrheit der gläubigen Juden lehnt einen Besuch ihrer heiligen Stätte ab, solange dort nicht die vorgeschriebenen Reinigungsrituale vollzogen werden können. Im Jahr 2014 wurde Glick dann von einem Palästinenser auf offener Straße angeschossen und überlebte schwer verletzt.

Die Politik der Regierung Israels war bisher, dass sie keine offiziellen Kontakte zur FPÖ pflegt. Vergangenen Dezember hieß es aus der israelischen Botschaft in Wien, der "Umgang mit der neuen Regierung soll vom israelischen Außenministerium neu bewertet werden, bis dahin soll es nur "Kontakte zu den Beamten in den Ministerien, in denen ein FPÖ-Minister an der Spitze steht", geben. Aus Protest gegen den Regierungseintritt der Freiheitlichen unter Jörg Haider hatte Israel von 2000 bis 2004 seinen Botschafter aus Wien abgezogen.

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