Startschuss mit Kopfweh: Olympia-Camp der
ÖSV-Herren in Sun Peaks nicht reibungslos

Werbeverbot bringt ÖSV-Tross in Verlegenheit Walchhofer zittert erstem Härtetest entgegen

Startschuss mit Kopfweh: Olympia-Camp der
ÖSV-Herren in Sun Peaks nicht reibungslos © Bild: APA/Techt

Das vorolympische Trainingslager von Österreichs Skiherren in Sun Peaks hat mit reichlich "Kopfweh" begonnen. Während Michael Walchhofer dem ersten Stresstest auf Ski seit dem Abfahrtssturz in Kitzbühel entgegenfieberte, rauchten im Lager der ÖSV-Betreuer die Köpfe. Denn es gelten die weltweiten olympischen Werbeverbote, die neutralen Rennanzüge wollen die ÖSV-Athleten aber erst bei den Bewerben verwenden.

Trotz der rund 18-stündigen, aufreibenden Flugreise über Salzburg, Frankfurt und Calgary nach Kamloops und anschließender Autofahrt nach Sun Peaks sowie der Zeitumstellung von neun Stunden liefen deshalb bei Herrenchef Toni Giger die Drähte nach Österreich heiß. Der Salzburger versuchte bis tief in die Nacht hinein zu klären, ob seine Burschen gefahrlos die herkömmlichen Rennanzüge für das Training benutzen dürfen. Immerhin, so Giger, würden trotz des Werbeverbotes auch Reinfried Herbst oder Marlies Schild bei ihren Europacup-Vorbereitungsrennen in Weltcup-Rennanzügen mit nichtolympischen Sponsoren antreten.

Bis zuletzt wurde daran getüftelt, ob die bereits in Kanada weilenden ÖSV-Abfahrer in Sun Peaks mit überklebten oder zugesprayten Renndressen so lange trainieren sollen.

Ausschluss bei Nichteinhaltung
Die IOC-Bestimmungen sind eindeutig, dass man an ihnen nicht vorbeikommt, wurde Giger auch von ÖOC-Sportdirektor Matthias Bogner bestätigt. Bei Verletzungen der Werbebestimmungen - die Werbefreiheit gilt von Donnerstag bis 3. März - droht sogar der Ausschluss von den Spielen. Bei außerolympischen Wettkämpfen wie Ski-Europacup oder Skispringer-Weltcup dürfen in dieser Phase hingegen die herkömmlichen Anzüge mit Sponsorenaufdrucken noch verwendet werden.

Walchhofer drückte freilich ein ganz anderer Schuh. Denn der Donnerstag war für den 34-jährigen Salzburger so etwas wie die "Stunde der Wahrheit". Die Frage, ob das in Kitzbühel lädierte Knie (Innenbandeinriss, Knochenprellung) auf der von ÖSV-Coach Walter Gradwohl wieder einmal betonhart präparierten Trainingspiste standhält, war ein erster Fingerzeig hinsichtlich der Chancen des Ex-Weltmeisters in der Olympia-Abfahrt am 13. Februar. "Es wird gehen, weil Walchi gewohnt ist, die Zähne zusammenzubeißen. Die Frage ist nur, wie gut es gehen wird", meinte Abfahrtscoach Andreas Evers vor dem ersten freien Training mit Sorgenfalten.

Walchhofer hat die Verletzung bekanntlich stets heruntergespielt. Er blicke dem ersten freien Skifahren in Kanada aber doch mit großer Spannung entgegen, "weil ich erst dann weiß, wie schlimm es wirklich ist", hatte der Gold-Mitfavorit vor seinem Abflug gestanden.

(apa/red)

Kommentare

Überheblich Wie überheblich oder sollte man besser blöd sagen,sind die Verantwortlichen im Ösv?
Jedesmal dasselbe Theater über Sachen und Regeln die bekannt sind.Oder soll das wieder mal als Ausrede für befürchtete,schlechte Leistungen sein?

Der Zirkus fängt schon wieder an mit der WERBUNG! Vermutlich hat man aus der Zeit von Avery Brundage in Sachen Olympia noch nichts dazu gelernt? Wann kommen endlich die verantwortlichen Funktionäre darauf, OHNE Werbung und Sponsoren könnten diese Spiele gar nicht mehr stattfinden! Oder geht es hier vielmehr um ein kleinkariertes Denkmuster? Was man hier zu Lande als Brotneid bezeichned? a.l.

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