Fakten von

Warum Asylant ein Unwort ist

Auch Worte können ausgrenzen: Woher der negative Beigeschmack kommt

Flüchtlinge © Bild: APA/Techt

Sprache kann sehr viel und Worte können oft schmerzhafter sein als alles andere. Sprache kann auch zur Ausgrenzung dienen, so bei der aktuellen Flüchtlingsdebatte. So ist zum Beispiel Asylant zum absoluten Unwort geworden.

Eigentlich ein unschuldiges Wort: Der Asylant. Es meint nichts negatives, nur einen Menschen der Asyl sucht. Im Duden scheint das Wort ohnehin erst im Jahr 1980 das erste Mal auf.

Doch auch seit damals hat das Wort eine negative und diskriminierende Konnotation, da die Zahl der Asylsuchenden nach dem Militärputsch in der Türkei drastisch anstieg. Immer wieder beanstandeten Sprachkritiker und Menschen, die für Political Correctnes eintraten die Verwendung des Wortes, wie „zeit.de“ berichtet.

Die Endung

Der negative Beigeschmack kommt schon allein von der Endung des Wortes: -ant. So enden kaum positive Worte, wie etwa Simulant, Ignorant oder Querulant. Doch nicht nur die Endung, auch zusammengesetzte Worte wie etwa Scheinasylant, Asylantenheim oder Asylantenstrom versprühen negativen Charakter. „Kill-Worte“, wie sie der Sprachwissenschaftler Jürgen Link laut „zeit.de“ bezeichnet.

Aus dem öffentlichen Sprachgebrauch ist der Asylant, der meist damit verbunden wird, jemand zu sein, der aus zweifelhaften Gründen Asyl sucht, zum Großteil ohnehin verschwunden.

Neutraler Flüchtling

Im Gegensatz zum Asylanten kann das Wort Flüchtling nun wieder ohne negative Konnotation verwendet werden. War es früher noch verpönt, hat es heute eine neutrale Bedeutung. Außer es wird verbunden mit dem Wort Wirtschaft(sflüchtling). Dieser ist im Gegensatz zum Flüchtling nur scheinbar neutral, denn damit wird Flüchtlingen meist ein Missbrauch des Asylrechts vorgeworfen.

Bleibt die Frage offen, welche Worte man in der aktuellen Ausländerpolitik verwenden könnte, die einen positiven Beigeschmack haben, um die Sprache statt zur Ausgrenzung zur Integration einzusetzen.

Kommentare

giuseppeverdi melden

Ja genau. Nicht die "ASYLANTEN" müssen unsere Sprache lernen sondern wir müssen IHRE lernen. Vor vielen Jahren war das Wort NEGER überhaupt nicht anstößig. Heute darf man Neger nicht mehr sagen. Man sagt Schwarzer, oder nein das ist ja auch schon verboten, man soll Dunkelhäutiger sagen usw. Andererseits aber sagen wir Chinesen, Indianer usw. Wisst ihr was? Ihr könnt mich alle mal. Ich sage....

giuseppeverdi melden

...weiterhin Neger, wie vor vielen Jahren, wo sogar eine Mehlspeise (Negerkuss und Negerbrot) genannt worden ist und meine damit nichts Böses oder Abwertendes und ich sage auch weiterhin ASYLANTEN und meine auch damit nichts Böses oder Anstößiges. Aus und Ende!

11223344 melden

ein bravo, hervorragendes posting. wir sollten uns gegen die irren der gesellschaft wehren die uns solchen schmarren einreden wollen. auch ich weigere mich schon seit jahren das wort neger nicht zu verwenden. ich habe es so gelernt und werde wegen ein paar deppen sicher nicht davon abweichen. bravo

11223344 melden

hmmmm, wie ist es denn mit dem wort elefant????? ist das arme tier auch negativ??? bravo giuseppeverdi

Nudlsupp melden

Besser als Polemik, wäre es verbal etwas abzurüsten und bestimmte Formulierungen bedächtiger zu wählen. Wir müssen nicht alle blindlings den Parolen und der Demagogie der FPÖ folgen, die alles auswärtige immer pauschal negativ belegt. Dann gibt es auch hier gar kein Problem. Dann darf ein Neger sogar noch ein Neger sein und ein Asylant ein Asylant.

freud0815 melden

hier ist es besonders interessant-schwarze sind *asylanten* und andere einwanderer *expats*, dabei wird kein unterschied gemacht wo die person geboren wurde. ich zb werde trotz blauer augen als einheimisch bezeichnet, obwohl ich die sprache hier absolut lausig spreche, aber ich arbeite, zahle meine steuern und geh auf leute zu. den *asylanten* ist all dies nicht erlaubt-wer schonmal alles verlassen musste was ihm zuhause war, weiss wie schwierig es ist irgendwo neu zu beginnen

Seite 1 von 1