Sniper von Wien von

Wie weit geht der Heckenschütze?

Psychologin warnt - Bundeskriminalamt erhöht Prämie für Hinweise zum Täter

Sniper von Wien - Wie weit geht der Heckenschütze?

Seit mittlerweile vier Wochen treibt in Wien ein bisher unbekannter Heckenschütze sein Unwesen und schießt mit einem Luftdruckgewehr scheinbar wahllos auf Passanten. "Es ist nicht auszuschließen, dass er einen Schritt weiter geht", sagt Cornel Binder-Krieglstein vom Berufsverband Österreichischer Psychologen (BÖP). Der Mann habe bereits seine Hemmschwelle überschritten, indem er auf Menschen schießt. Das Bundeskriminalamt hat indes die Prämie auf Hinweise zum Täter beträchtlich erhöht.

Um sich aggressiv zu artikulieren, sei es üblich, zum Beispiel laut zu schreien, so Binder-Krieglstein. Doch der Heckenschütze überschreite diese Grenze und begehe eine Körperverletzung. "Er könnte auch auf Lampen oder Pflanzen schießen. Es geht aber um Menschen, die er im Visier hat." Der Psychologe geht davon auf, dass es sich bei dem Täter um einen Mann handelt, der nicht älter als 50 Jahre alt ist. Er vermutet, dass der Schütze kein soziales Umfeld wie Familie oder Fußballverein hat, in dem er seinen Ärger oder Frust abbauen kann.

Motiv liegt im Dunkeln
Der Mann geht gezielt vor: "Es ist keine Affekthandlung, es ist ein geplantes Verhalten. Er muss dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen passen. Er muss seine Waffe und seine Munition herrichten", sagte Binder-Krieglstein. Der Heckenschütze schießt nicht immer am gleichen Ort. "Das hat einen Grund: Entweder, damit er nicht erkannt wird und für die Polizei nicht schnell greifbar ist. Oder dass er dabei eine andere Tätigkeit ausführt. Er mixt das Schießen vielleicht zu anderen Handlungen dazu."

Es stelle sich die Frage, welche Ursache seine Taten haben. "Warum macht er das? Vielleicht braucht er eine Steigerungsstufe. Besonders dann, wenn das, was er tut, erfolgreich gelaufen ist, ohne von der Exekutive belangt zu werden", sagte der Psychologe.

Prämie für Hinweise erhöht
Unterdessen hat die Polizei am Donnerstag die Belohnung für Hinweise zum Täter erhöht: Das Bundeskriminalamt lobte 20.000 Euro aus, nachdem der Verein der "Freunde der Wiener Polizei" am Mittwoch bereits 2.000 Euro für Informationen ausgeschrieben hatte.

Bisher sind 17 Fälle bekannt. Dabei wurden jüngsten Angaben der Polizei zufolge 14 Passanten verletzt, in zwei Fällen wurden Autos beschädigt. Offenbar gibt es kein Muster, nach dem der Heckenschütze seine Ziele auswählt. Bei den Projektilen handelt es sich um sogenannte Diabolos vom Kaliber 4,5 Millimeter.

Hinweise werden - auch vertraulich - vom Landeskriminalamt Wien unter der Telefonnummer 01/31310-33130 DW und jeder Polizeidienststelle entgegengenommen.

Grafik zu Tatorten:

Die Tatorte in chronologischer Reihenfolge:
25. August:
Fall 1: 13.30 Uhr; Wien 13., Wolkersbergenstraße 40; Rechter Seitenspiegel von Auto beschädigt

6. September:
Fall 2: 15.00 Uhr; Wien 5., Reinprechtsdorfer Straße – Siebenbrunnenplatz; Opfer: 61-jähriger Mann

10. September:
Fall 3: 22.45 Uhr; in Meidling: Rechte Wienzeile 231, Opfer: 18-jähriger Mann

15. September: ,
Fall 4: 18.00 Uhr; Wien 23., Brunnerstraße, Busstation "Atzgersdorfer Platz" der Linie 66A, Opfer: 16-jährige Frau

Fall 5: 19.00 Uhr; Wien 10., Kundratstraße 6, Opfer: 26-jähriger Mann

Fall 6: ca. 19.00 Uhr; Wien 10., Gudrunstraße – Laxenburger Straße

Fall 7: ca. 19.00 Uhr; Wien Margareten Gürtel 35, Opfer: männliche Person, Alter unbekannt

Fall 8: 19.05 Uhr; Wien 12., Längenfeldgasse, Radweg in Höhe Eichenstraße, Opfer: 56-jährige Frau

Fall 9: ca. 19.05 Uhr; Wien 12., Längenfeldgasse 13-15, Opfer: 43-jährige Frau

Fall 10: 19.10 Uhr; Wien 15., Winckelmannstraße 2, Opfer: 36-jähriger Mann

Fall 11: 19.50 Uhr; Wien 14., Hütteldorfer Straße 153, Opfer: 61-jähriger Mann

Fall 12: ca. 19.50 Uhr; Wien 14., Ameisgasse 65

Fall 13: ca. 20.30 Uhr; Wien 5., Wiedner Hauptstraße 139

Fall 14: ca. 21.00 Uhr; Wien 10., Eichenstraße 78

Fall 15: 22.20 Uhr; Wien 2., Engerthstraße 150, Opfer: 62-jährige Frau

Fall 16: 22.45 Uhr; Wien 13., Wattmanngasse 38, Opfer: 47-jähriger Mann

16. September: ,
Fall 17: Uhrzeit unbekannt; Wien 23., Rodauner Straße 52 (Sachbeschädigung)

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger
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Nochmaliger Nachtrag Dem Psychologen gebe ich Recht! Meiner Ansicht gehe ich davon aus, dass der Verrückte in Meidlung bzw. einem unmittelbar angrenzenden Bezirk wohnt! Er verfügt aller Voraussicht nach über einen Führerschein und vermutlich ein eigenes Kfz (bzw. hatte zumindest am 15. Sept. eines zur Verfügung! - wobei ich vielleicht sogar eher auf einen Kleinbus schließen würde - da ich denke in einem PKW fällt man eher mit gezogener Waffe hinterm Lenkrad auf) Außerdem kann der Typ von den Opfern nicht viel weiter als 25 Meter entfernt gewesen sein, weil glaube die Schussweite bei Luftdruck reicht nicht viel weiter als 25 Meter, oder?) Täterprofil männlich, eher alleinstehend, soziale Problem, Alter zwischen 17 bis 60 Jahre. Soweit meine Einschätzung. Und ich hoffe dieses feige Arschloch wird gefunden

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Re: Nochmaliger Nachtrag Der schießt mit einer co2 waffe und mindestens von 50 oder mehr metern entfernt auf die leute. wahrscheinlich benützt er auch noch etwas damit der mündungskall, soweit man bei einem luftgewehr davon sprechen kann, etwas gedämpft wird.

Ignaz-Kutschnberger
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bis 50 Meter? hmm... und mit sowas bekommt man 50 Meter hin? Also ich mein ich bin ja kein Profi mit solchen "Spielsachen" ...aber hab da mal eine Luftdruck-Pistole vor einigen Jahren auf ne Bretterwand getestet...war aber höchstens 15 Meter und ich hätte eingeschätzt dass die auf max. 30 geht...ansonst glaub ich kann man nimmer wirklich zielen, oder?... Wenn du da einen Menschen von mehr als 30 Meter anvisierst und zielst auf die Mitte (also Brustbereich) kannst den meiner Meinung nach genauso im Kopf oder Fußbereich treffen auf Entfernungen von über 30 Meter... aber wie gesagt fehlt es mir da an Vergleichswerten. Darum hätt ich eben die Entfernungen auf unter 30 Meter eingestuft

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der Schütze hat sich schon gesteigert reicht ihm nicht ein Opfer, sind es nun eh schon viele in der Zwischenzeit die dieser Volltrottel anvisiert hat.Zum Glück hat er noch kein Auge getroffen muss man sagen - den wird man erwischen und dann soll man ihm die Waffe in den Hintern schieben und auch abdrücken.

Ignaz-Kutschnberger
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@technik ...ganz meine Meinung!! Oder er soll sich seine "Opfer" besser aussuchen... er soll mich anrufen, ich gebe ihm ein paar Hinweise ;-) Einige in diesem Land hätten wahrhaftig eine Ladung Schrot in den Arsch verdient!! Sollte sich mit meiner letzten Aussage jemand persönlich angesprochen fühlen, wird der-dienjenige vermutlich Gründe dafür haben *gg Abschließend möchte ich mich mal dafür bedanken, dass endlich mal wirklich eine ordentliche Prämie zur Ergreifung ausgesetzt wurde... sollte man den Arsch erwischen, was ich hoffe...kann er ja dann für die Rückzahlung der 20.000 selber aufkommen... 5 Jahre Zuchthaus unter Abarbeitung seiner Ergreifungsprämie wären da schon gerechtfertgit!

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