Schweres Beben erschüttert Hawaii: 6,3 auf Richter-Skala - Notstand wurde ausgerufen

Triathlon-Olympiasiegerin Kate Allen ist wohlauf Erdrutsch und Stromausfälle, Flughafen gesperrt

Schweres Beben erschüttert Hawaii: 6,3 auf Richter-Skala - Notstand wurde ausgerufen

Ein schweres Erdbeben hat Hawaii zum Katastrophengebiet gemacht. Der Erdstoß hatte nach Messungen des Geologischen Amtes der USA eine Stärke von 6,6 auf der Momentmagnitude. Die Erschütterungen lösten einen Erdrutsch aus, der eine Straße blockierte, und verursachten Schäden an Gebäuden, Straßen und Brücken. In weiten Landesteilen kam es zu Stromausfällen. Dem Zivilschutz zufolge wurden mehrere Menschen leicht verletzt, doch gab es keine Berichte über Todesopfer. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Das Zentrum des Bebens lag rund 250 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Honolulu auf der Insel Hawaii (Big Island). Viele Menschen wurden im Schlaf vom ersten großen Erdstoß überrascht. Anschließend gab es noch mehrere heftige Nachbeben. Eines davon hatte die Stärke 5,8, wie die US-Geologen maßen.

Gouverneurin Linda Lingle erklärte den gesamten US-Bundesstaat zum Katastrophengebiet. Obwohl keine Tsunami-Gefahr prognostiziert wurde, wurde dennoch vor hohen Wellen gewarnt. Die Katastrophenschutzbehörde FEMA schätzte auf der Basis einer Computer-Simulation, dass auf Big Island bis zu 170 Brücken beschädigt sein könnten. Das Pazifische Tsunami-Zentrum meldete Schäden in Kailua Kona an der Westküste von Big Island sowie einen Erdrutsch an einer Fernstraße. Ein Krankenhaus in Kona wurde nach Angaben einer Sprecherin wegen eingestürzter Decken evakuiert.

Ein Sprecher des Zivilschutzes teilte mit, auf allen Inseln sei der Strom zumindest teilweise ausgefallen. Auf der Hauptinsel Oahu hätten 95 Prozent der Haushalte keine Elektrizität, viele Menschen steckten in Aufzügen fest. Stellenweise seien auch Wasserrohre geborsten. Bis zum späten Sonntagabend wurde die Stromversorgung nach Angaben der Nationalgarde in mehreren Landesteilen wieder hergestellt, aber eben noch nicht überall.

Aus drei großen Hotels auf Big Island wurden mehr als 3.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Im Touristenort Waikiki bildeten sich vor Supermärkten lange Warteschlangen, weil sich die Urlauber mit Wasser und anderen Vorräten eindecken wollten.

Auf den Flughäfen lief der Betrieb eingeschränkt weiter. Ankommende Maschinen durften landen, Starts wurden indessen abgesagt, da wegen des Stromausfalls die Sicherheitskontrollen nicht gewährleistet waren. Vor Anker liegende Kreuzfahrtschiffe wurden aufgefordert, die Touristen an Bord zu behalten. Schiffe mit Ziel Hawaii wurden angewiesen, zum nächsten Hafen auf ihrer Route weiterzufahren.

Das letzte Erdbeben vergleichbarer Stärke auf Hawaii ereignete sich 1983. Erschütterungen der Stärke 3 oder 4 kommen wegen der vulkanischen Aktivität in der Region dagegen häufig vor. Das bislang heftigste Beben wurde auf den Inseln 1868 registriert. Seine Stärke wurde auf 7,9 geschätzt, 77 Menschen kamen damals ums Leben.

Kate Allen geschockt aber wohlauf
Triathlon-Olympiasiegerin Kate Allen bereitet sich schon seit letzter Woche in Kona auf Big Island auf den Hawaii-Ironman vor. Gemeinsam mit ihrem Trainer Marcel Diechtler wurde sie in der Früh in ihrem Hotel vom Erdstoß erschreckt. "Wir hatten Todesangst", teilten die beiden Tiroler der APA in einem SMS mit. "Wir sind in Ordnung, wir sitzen auf der Straße, weil das Hotel evakuiert wurde und es Tsunami-Warnung gibt", teilte sie der APA in einem SMS mit. "Es gibt keine größeren Schäden, der Flughafen ist derzeit gesperrt", so Allen. Auf der Startliste für die Ironman-WM stehen insgesamt 40 Österreicher. (apa)