Schulschluss von

Happy End mit Schrecken

Über Tränen am Zeugnistag. Plus: Zwei kleine Gastautoren.

Schulschluss - Happy End mit Schrecken © Bild: Beigestellt

Nadja Sarwat schreibt Alltagsgeschichten aus ihrem Dreibuberlhaus. Das kollektive Geflenne anwesender Eltern, Lehrer und Schüler an diesem Zeugnistag hatte nichts mit der aktuellen EM-Lage zu tun. An den Noten lags schon gar nicht. Es war nur ein weiteres Indiz für einen dringenden Verdacht: Unsere Volksschule ist womöglich die beste Schule westlich des Mississippi, mindestens aber von Wien. Weltbeste Pädagogen. Und erst die Klasse! Vier Jahre Rundum-Glücksseligkeit. Freunde fürs Leben gefunden, wichtiges Weltwissen erworben. Da fällt der Abschied schwer.

Just in der letzten Schulwoche ereilt mich doch noch ein Spontan-Schock: Hilfe, die Zwillinge wurden zur Frau Direktor zitiert! Haben die glatt im Endspurt noch was ausgefressen? Dann die Entwarnung. Au contraire! Sie sollten der Chefität ihre Aufsätze vortragen, verfasst fürs Klassen-Erinnerungsbuch. So gut seien die! Die beste Frau Direktor hat der Mutter dann noch ordentlich gratuliert zum offenbar nicht gänzlich missratenen Nachwuchs. Den Wortlaut erspare ich Ihnen und mir. In aller Bescheidenheit: Es war Verbal-Balsam fürs Mutterherz. Eine schöne Gelegenheit, sich ein bis zwei Haxen auszufreuen, so man nicht umgehend geplatzt ist vor Stolz.

Nur ein Zitat möchte ich herausheben: Warum ich denn nicht schon längst die Kids als Ersatzautoren einsetze, wenn mir mal nix Gescheites einfällt? Ja, warum eigentlich nicht? Ich möchte Ihnen hiermit zwei Gastautoren vorstellen, zehn Jahre jung. Zweimal Rückblick auf den Schulalltag. Aus Schülersicht, aus erster Hand also. (Bei Nichtgefallen wenden Sie sich bitte an die Frau Direktor). Ich wünsche wundertolle Ferien allerseits.

Ein tierisches Labyrinth: Schönbrunn!
Von Benjamin Sarwat

Es war in der ersten Klasse.
Wir hatten es lange geplant: Schönbrunn. Und heute war es soweit! Keine Schultaschen, keine Hausübung und keine Stunden. Herrlich! Ich und mein Bruder Jona (Meist gut aufgelegt, schaut aber meistens nicht so drein) gingen in der Früh bepackt mit einem Avanti-Rucksack und einem frohen Gemüt zur Schule. In der Klasse besprachen wir noch mal die Regeln in Straßenbahn und U-Bahn durch. Nach einer halben Ewigkeit in der U-Bahn, wo ich vor Hitze fast gestorben wäre, waren wir endlich da. Es war eine Erleichterung, endlich wieder draußen zu sein.

Nach wenigen Minuten waren wir im Tierpark Schönbrunn. Wir schritten an rosa Flamingos vorbei und an aufgeregten Vögeln, bis unsere Klasse bei den Elefanten war. Es waren nicht viele von diesen Giganten da, aber die da waren, fraßen verfressen. Als wir ein bisschen später an verlassenen Tischen, anscheinend ein Lokal, vorbeikamen, sah ich plötzlich blitzschnell ein Eichhörnchen zwischen den Tischen herumflitzen.

Als ich näher kam, waren da abertausende Kastanien daliegen. Ich nahm mir die schönsten, doch als ich mich umdrehte war die ganze Klasse weg. Einfach verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt. Meine Augen suchten wie verrückt die Gegend ab. Und dann sah ich ihn. Den alten Knacker, der langsam auf mich zuschritt.

Er hatte einen kackbraunen Mantel an. Er sagte: "Du hast deine Klasse verloren, oder? Ich habe gesehen, ich weiß, wo sie ist. Komm! Der Opa sprach mit einer ungewöhnlich sanften Stimme. Er ging auf das Nilpferdhaus zu, das stickigste aller stickigen Häuser in Schönbrunn
(Dem Affenhaus ausgenommen). Und dann, oh Wunder, zeigte er mir eine DRITTE KLASSE!! Ich glaube, sein Sehsinn war nicht mehr so gut, um Größenunterschiede zu erkennen. Aber dann sah ich meine Klasse. Ich stürmte auf Sandra zu und erklärte ihr die ganze Geschichte (Natürlich weinte ich ein bisschen). Und so erlebte ich ein kleines Abenteuer im tierischen Labyrinth Schönbrunn.

ENDE

Kids run4 Kids 2012
Von Jona Sarwat

Es war ein sonniger und warmer Tag. Um 10 Uhr 30 kamen wir im Augarten an. Viele Klassen waren schon da. Wir gingen weiter. Und was erwartete uns? Sechs tanzende Klassen! Das Lied, zu dem getanzt wurde, war grässlich! Kommen wir zu den Läufern. Die dritten Klassen liefen noch. Jetzt war ich schon sehr aufgeregt. Endlich waren wir dran! Wir feuerten unsere Racer-Buben an, darunter unsere besten drei: Julian, Sven und Christof.

Der Lauf war sehr spannend. Es ging durch eine Allee und an einem Turm vorbei. Endlich nahte das Ziel! Zumindest für Julian K., der sehr weit vorne war. Und was war die Platzbelegung? Julian K. wurde Erster, Sven Zweiter und Christof Dritter. Und nicht nur von unseren Racern, sondern von allen!

Von unseren Racer-Mädchen waren die Platzierungen auch super. Linda wurde Sechste, Nati Siebente und Lea Achte. Neal wurde Zweiter der Runner. Bald danach war ich dran. Ich fing an zu joggen. Ein paar andere Jogger überholte ich schon am Start. Langsam ging die Allee in die erste Kurve. Dort überholte ich auch. Die Hälfte war schon absolviert! Langsam kam ich aus der Puste. Aber das Ziel kam schon in Sicht. "Endlich!", dachte ich mir. Knapp vor dem Ziel überholte ich jemanden (wahrscheinlich aus der Aspernallee), der schrie "Nicht vordrängeln!" Endlich, im Ziel! Ich wurde Vierundzwanzigster! Um vier Plätze verbessert! Wir machten ein Foto und ab zur Siegerehrung!

Der Moderator machte es sehr spannend. Er begann mit dem dritten Platz. Dann der zweite Platz. "Der zweite Platz wird eine 4a aus deeeer ASPERNALLEE!!!", brüllte der Moderator. "Jetzt der erste Platz!" Mein Herz pochte mir bis zum Hals! Der Moderator brüllte weiter. "Es wird eine 4a aus deeeer WITTELSBACHSTRASSE!!!" Wir brachen in einen regelrechten Jubelsturm aus! Wir wurden Erster der vierten Klassen! Zum vierten Mal in Folge!

ENDE

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