Roland Horngacher: Dreht er völlig durch?
Die nächste Runde im Wiener Polizeiskandal

Ex-General bezichtigt hohe Beamte krimineller Taten NEWS: Absurde Anschuldigungen im Wiener "Falter"

Roland Horngacher: Dreht er völlig durch?
Die nächste Runde im Wiener Polizeiskandal © Bild: NEWS/Deak

Roland Horngacher, einst ranghöchster Polizist Wiens, hat sich längst schon selbst zur Hauptfigur solch einer absurden "true story" gemacht. Seine Suspendierung vor zwei Jahren, er hat sie nie verkraftet, und noch weniger den Schuldspruch, den er vergangenen Herbst im Wiener Landesgericht bekam. Wegen schweren Amtsmissbrauchs in mehreren Fällen wurde er verurteilt, zu 15 Monaten bedingter Haft - was, wenn die Justiz nicht seinem Antrag auf Strafverkürzung stattgibt, für ihn die fristlose Entlassung aus dem Polizeidienst bedeuten würde.

Roland Horngacher, dieser Mann, der immer so gern im Rampenlicht stand, dessen Mitarbeiter ihn aufgrund seines napoleonischen Führungsstils fürchteten, der aufmerksamen Beobachtern bereits am Zenit seiner Karriere "verhaltensauffällig" schien - dieser Mann scheint nun endgültig die Kontrolle über sich verloren zu haben. Als bloß noch tragisch gelten mittlerweile seine ständigen öffentlichen Auftritte im Feldherrenmantel, als bedauernswert seine Reaktionen, wenn er wieder einmal von ehemaligen Untergebenen ohne Führerschein beim Autofahren ertappt wird. "Ich bin Ihr Chef, wissen Sie das nicht?", schreit er dann die Beamten an.

Absurde Anschuldigungen
Und nun gab Roland Horngacher auch noch der Wiener Stadtzeitung "Falter" ein bizarres Interview. In seiner Grinzinger Mietvilla - ausgestattet mit Gemälden seines großen Vorbilds Napoleon, mit Zinnsoldaten in Vitrinen und gemalten Bildern von sich selbst - holte er, auf einem samtbezogenen, mittelalterlichen Sessel thronend, zum Schlag gegen alle seine Feinde aus. Die jetzige und frühere Polizeispitze, die Beamten im ehemaligen Sicherheitsbüro, vorrangig Ernst Geiger und Max Edelbacher, und sogar den ehemaligen Präsidenten Peter Stiedl beschuldigt er im "Falter"-Gespräch diverser krimineller Taten, des Amtsmissbrauchs, der Bestechung.

Die Wiener Polizei diagnostiziert er "als tiefen Sumpf", in dem er aufräumen wollte - und quasi als Rache dafür fertig gemacht wurde. Tatsächlich, Roland Horngacher behauptet nach wie vor seine Schuldlosigkeit, und ja, er leugnet auch sogar - trotz Dutzender anderslautender Zeugenaussagen -, jemals ein Bordell besucht zu haben. Leidet er an Realitätsverweigerung? Und - die wichtigste Frage: Könnte er aufgrund seines offenkundig angeschlagenen Seelenzustands gefährlich werden - für sich selbst oder andere?

Den gesamten Bericht lesen Sie im aktuellen NEWS 33/08