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Was tun wir gegen einen Asteroiden?

Wie die Welt gegen einen wirklich bedrohlichen Asteroiden vorgehen würde

Fakten - Was tun wir gegen einen Asteroiden? © Bild: NASA/Getty Images

Für die Erde tatsächlich gefährliche Asteroiden sind sehr selten. Doch was, wenn ein wirklich bedrohliches Objekt mit Kurs auf unseren Planeten entdeckt wird? Staaten nehmen diese Gefahr durchaus ernst. NASA und ESA arbeiten derzeit an Notfallszenarien, die im Fall der Fälle eine Kollision verhindern könnten. Die Atombombe aus "Armageddon" ist nicht die einzige Variante.

Im Jahr 1908 verwüstete ein Asteroid, der etwa zehn Kilometer über der Erde explodierte, tausende Quadratkilometer Wald in Sibirien. Opfer waren bei dem als "Tunguska-Ereignis" bekannt gewordenen Vorfall keine zu beklagen, weil die Region fast völlig unbewohnt ist. Wäre dasselbe Objekt aber einige Stunden früher oder später angekommen, hätte es eine Millionenstadt zerstören können. Derartige Einschläge sind selten, sie passieren einmal alle paar Jahrhunderte. Dennoch haben Staaten und Raumfahrtagenturen begonnen, sich auf eine derartige Situation vorzubereiten.

Die NASA gründete Anfang des Jahres das Planetary Defense Coordination Office ("Koordinierungsbüro zur Verteidigung des Planeten"), das Asteroiden-Beobachtungen sammeln und mit anderen Raumfahrtagenturen mögliche Maßnahmen gegen gefährliche Objekte in der Zukunft diskutieren soll. Derzeit beschäftigt es sich vor allem mit dem Auffinden, wobei es mehrere Observationsprogramme aufeinander abstimmt. Versucht wird, alles, das eine Gefahr sein könnte, Jahre oder gar Jahrzehnte im Voraus zu entdecken.

Probelauf an Asteroiden 2022

Die einfachste Methode, einen bedrohlichen Asteroiden von seiner Bahn abzubringen, wäre es, eine Raumfähre gegen ihn "krachen" zu lassen. Diesen Plan werden NASA und ESA in den nächsten Jahren zusammen erstmals testen. Zwei Raumfähren, die Asteroid Impact Mission (Aim) und die Double Asteroid Redirection Test (Dart), sollen 2020 bzw. 2021 ins All starten. 2022 sollen sie die beiden Asteroiden Didymos (Durchmesser 780 Meter) und Didymoon (170 Meter) erreichen, die nur 1.100 Meter voneinander entfernt sind. Dart wird gegen den kleineren Didymoon fliegen, Aim wird dokumentieren, wie sich das auf seine Umlaufbahn auswirkt.

Ein Asteroid der Größe von Didymos würde, wenn er die Erde trifft, bei 15,5 km/h (seiner Mindestgeschwindigkeit) rund zwei Megatonnen Energie freisetzen. Bei seiner Höchstgeschwindigkeit, etwa 35 km/h, wären es vier Megatonnen – die Energiemenge von vier Millionen Tonnen TNT. Eine weitere Methode, einen Asteroiden von seiner Bahn Richtung Erde abzubringen, wäre Gravitation. Dazu müsste man eine relativ große Raumfähre um das Allobjekt kreisen lassen, dessen Anziehung es dann langsam von seiner Bahn wegbewegt. Auch dieser Plan wird im Rahmen der NASA/ESA-Mission getestet.

Wenn es schnell gehen muss: Laser oder Bombe

Für all diese Pläne braucht es aber im Fall des Falles mehrere Jahre Vorbereitungszeit. Wird ein Asteroid zu spät vor seinem möglichen Einschlag entdeckt, muss man auf andere Ideen zurückgreifen. Eine davon sind Laser. Laserstrahlen könnten einen kleinen Teil der Oberfläche eines Asteroiden auflösen und so seine Richtung verändern. Einen derart großen Laser ins All zu bringen ist technologisch heute aber noch völlige Zukunftsmusik. Aus Filmen wie "Armageddon" oder "Deep Impact" bekannt ist auch die Option einer Atombombe. Im Gegensatz zu den Film-Präsidenten schlagen Wissenschafter allerdings eine Detonation in einiger Entfernung von dem Asteroiden vor. Auch hier wäre das Ziel, dadurch seine Oberfläche zu verändern.

Kommentare

Christopher Brandl

Die 21GT sind also ein Vielfaches der angegebenen 4MT und würden für die Erde massive Probleme bedeuten, wobei eine Ausrottung der Säugetiere würde es noch immer nicht bedeuten, da müßte man schon in den Durchmesserbereich des Asteroiden der vor 65 Millionen Jahre die Saurier ausrottete, kommen. (ca. 10km)

Christopher Brandl

Bei soviel physikalischen Fehlern, muss man korregieren.
Meteoriten/Asteroiden haben Geschwindigkeiten im Bereich von mehreren Kilometern pro Sekunde, eine durchschnittliche Dichte von ca. 3kg/dm³. Dadurch kommt man bei der Annahme eines kugelförmigen Körpers des Asteroiden Didymos von 800m auf eine Masse von 8E11 kg. Beim Eintritt in die Erdatmosphere wird eine Energie von 9E19 J frei => 21GT.

Roland Mösl

Es ist immer wieder erstaunlich, wieviele Nullen bei solchen Rechnungen fehlen. Auch sollten Kilometer pro Stunde und Kilometer pro Sekunde nicht verwechselt werden.

Zumindest hat man Gigatonnen und Megatonnen verwechselt. Eher 40 Gigatonnen und 4 Megatonnen TNT.

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