Drogenbeichte

Im NEWS-Interview erzählt der Kabarettist von seiner dunklen Vergangenheit

von Reinhard Nowak - Drogenbeichte © Bild: APA/Pessenlehner

NEWS: Herr Nowak, was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie Cissy Kraner erstmals "Aber der Novak lässt mich nicht verkommen“ singen hörten?
Reinhard Nowak: Mich hat belustigt, dass die erst kürzlich leider verstorbene Kraner in dem Lied vom Marihuana-Rauchen gesungen hat. Das passte überhaupt nicht zu ihr.

NEWS: Seit dreißig Jahren bedienen Sie in der Schauspielszene das Bild des tragikomischen "Leider-nein-Helden“ …
Nowak: Einer muss immer der Nowak sein. Das war schon in der Schule so. Ich bin mit Roland Düringer in eine Klasse gegangen. Düringer war eher der Streber. Auch wenn er das nicht zugeben wollte. Ich war der, der sich aufgeführt hat. Ich habe es damals schon gern gehabt, andere Leute zum Lachen zu bringen.

NEWS: Haben Sie diese Rollenverteilung beibehalten?
Nowak: Düringer gibt sich gerne rau, auch als Wutbürger und Diskutant im "Club 2“. Ich finde das gut, wobei ich es als Schwachsinn empfinde, wenn er sich der Mittelschicht zuordnet. Er lebt vielleicht bescheiden, allerdings in wohlsituierten Verhältnissen, die mit den Sorgen eines Mindestlohnverdieners nichts gemein haben. Natürlich ärgert auch mich, wie teuer Dinge des täglichen Bedarfs geworden sind. Eine depperte Glühlampe, die nach zwei Wochen kaputt geht, kostet drei Euro. Welche Arschlöcher kassieren da den Profit?

NEWS: Was hat sich in den letzten Jahren sonst noch geändert?
Nowak: Unsere Freiheit. Früher wurde überall geraucht, Sturzhelme beim Ski- oder Radfahren galten als Kuriosität. Nicht, dass ich mich etwa gegen Nichtraucherschutz wehre, aber muss wirklich alles gesetzlich geregelt sein? Generell war die Lebenseinstellung früher eine lockerere. In meinem aktuellen Kabarettprogramm erzähle ich bewusst, dass ich früher gekifft habe. Das ist das Persönlichste, was ich bisher öffentlich erzählt habe. Es ist sicher zehn Jahre her, dass ich das letzte Mal etwas geraucht habe, und meine Drogeng’schichtln sind strafrechtlich nicht mehr relevant. Wie meine Mutter darauf regiert, weiß ich allerdings noch nicht.

NEWS: Und, irgendwelche Flashbacks aus Ihrer Drogenvergangenheit?
Nowak: Manchmal bilde ich mir ein, dass es mit meinem Gedächtnis etwas hapert. Das kann aber auch an meinem fortgeschrittenen Alter liegen.

NEWS: Abschließend, wen lässt der Nowak nicht verkommen?
Nowak: Meine Frau und meine Tochter. Die sind am allerwichtigsten.