Ratte 2.0 - Charmante Nager im Pelzmantel:
vom Krankheitsübertrager zum Schmusetier

NEWS Tierwelt: Aus Asien in unsere Wohnzimmer Tipps: Was man bei der Haltung alles beachten sollte

Ratte 2.0 - Charmante Nager im Pelzmantel:
vom Krankheitsübertrager zum Schmusetier

Wer kennt sie nicht, die entzückende Geschichte der kleinen Ratte „Remy“ aus dem sensationellen Animationsfilm „Ratatouille“? Spätestens beim Anblick dieses niedlichen Kerlchens ist aller Ratten-Ekel vergessen. Lange Zeit galten diese ebenso intelligenten wie anpassungsfähigen Tiere jedoch als dreckiges Ungeziefer und Krankheitsüberträger (was sie auch waren) und wurden in weiten Teilen der Welt mit grausamsten Mitteln bekämpft – während die possierlichen Nager zum Beispiel in Indien verehrt werden und sogar Heiligenstatus genießen. Dass sie auch bei uns mittlerweile ein besseres Image haben, verdanken die Pelznasen aber nicht nur Filmen wie eben „Ratatouille“ – immer mehr Menschen sind von den einzigartigen Charaktereigenschaften der Tiere fasziniert und nehmen sie sogar als Haustiere bei sich auf.

Wer sich einmal mit den aus Asien stammenden kuscheligen Kumpanen angefreundet hat, ist für immer in den Bann ihrer liebevollen Zutraulichkeit, Klugheit und unersättlichen Neugierde gezogen. Schnell wird klar, dass diese Nager alles andere als unreine Tiere sind, denn ein Teil ihres natürlichen Verhaltensrepertoires ist die tägliche Körperpflege. „So klein die süßen Tierchen auch sind, ihre Ansprüche sind hoch“, erklärt Tierarzt Hermann Bubna-Littitz von der Veterinärmedizinischen Universität in Wien.

Das muss man beachten
Wer sich also dafür entscheidet, eine Ratte in sein Heim aufzunehmen, sollte zuvor einige wichtige Punkte bedenken:
- Ratten sind soziale Tiere. Einzelhaltung ist bei diesen kommunikativen Tieren tierschutzwidrig. Sie müssen zumindest paarweise, gleichgeschlechtlich oder kastriert, gehalten werden.
- Ratten sind dämmerungsaktiv. Tagsüber genießen die Tiere ihre Ruhe, abends werden sie putzmunter und wollen Beschäftigung.
- Ratten brauchen artgerechte Haltung. Der Käfig muss dreidimensional eingerichtet sein und über mehrere Etagen führen. „Es ist wichtig, den Tieren abwechslungsreiche Strukturen zum Klettern, Verstecken und Graben zu bieten“, so Bubna-Littitz. Die Käfiggröße muss pro Paar 80 mal 40 mal 50 cm betragen.
- Ratten brauchen täglich Freilauf. Dieser sorgt für Abwechslung und stillt die Neugier der entdeckungslustigen Nagetiere, sollte aber nur unter Aufsicht geschehen.
- Die Anschaffung. In Tierheimen warten Hunderte Ratten auf ein neues Zuhause. Alternative: der Zoofachhandel.

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