Urteil von

Psychisch Kranker stieß Mutter gegen U-Bahn

Bedingte Einweisung unter zahlreichen Auflagen

Weil er seine Mutter gegen einen U-Bahn-Zug gestoßen hatte, ist ein 26-Jähriger am Mittwoch am Wiener Landesgericht in eine Anstalt für geistig abnorme Straftäter eingewiesen worden.

Da er mittlerweile gut auf die verschriebenen Medikamente anspricht, wurde diese Maßnahme unter zahlreichen Auflagen für fünf Jahre bedingt ausgesprochen. Bereits 2012 war bei dem ehemaligen Jus-Studenten eine schizoaffektive Störung festgestellt worden. Es folgten stationäre sowie ambulante Therapien. Doch wegen angeblicher Nebenwirkungen nahm der junge Mann des öfteren die Medikamente nicht. Deswegen befand er sich auch am 22. August des Vorjahres wieder in einer manischen Krankheitsepisode, weshalb sich seine Mutter Sorgen machte und ihm nachging.

Der 26-Jährige fühlte sich jedoch dadurch belästigt und stieß seine Mutter in der Station Stubentor kräftig gegen eine abfahrende Garnitur, wodurch sie auf den Bahnsteig stürzte. Anschließend zog sich der junge Mann nackt aus und legte sich neben die glücklicherweise nur relativ leicht Verletzte.

Das Gericht unter dem Vorsitz von Richterin Martina Krainz entschied, dass durch eine engmaschige ärztliche Betreuung und entsprechende Medikation sowie weitere Maßnahmen die Einweisung bedingt ausgesprochen werden kann. Dem 26-Jährigen geht es mittlerweile wieder besser.

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