Pröll ruft zu Maß bei Lohnabschlüssen auf:
Gewerkschaft kritisiert den Finanzminister

Vizekanzler erinnert an Daten vom Arbeitsmarkt Gewerkschaftsvertreter äußerten Unverständnis

Finanzminister Josef Pröll hat nach dem Ministerrat zu "maßvollen Lohnabschlüssen" aufgerufen. Es brauche eine maximale Kraftanstrengung, so Pröll, der "eine deutliche Verschlechterung" der Konjunktur- und Arbeitsmarktprognosen erwartet. Die Debatte dürfe sich nicht nur auf Beamte bzw. Lehrer und Politiker beschränken. Bei den Gewerkschaften stieß Pröll auf Kritik.

"Ich habe gar nicht gewusst, dass Pröll mit am Verhandlungstisch sitzt", ätzte Karl Proyer, stellvertretender Bundesgeschäftsführer der GPA-djp. Er zeigte sich "entrüstet", dass der Finanzminister mit diesem Vorstoß die wichtige Inlandsnachfrage schwächen wolle. "Die Intervention ist inhaltlich völlig daneben, dafür hat kein Beschäftigter Verständnis", so Proyer.

Und Rainer Wimmer, geschäftsführender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall, Textil, Nahrungsmittel (GMTN) ergänzte: "Wir sind natürlich keine Träumer, die die wirtschaftliche Lage um uns ignorieren. Wir würden aber andererseits der Wirtschaft insgesamt einen schlechten Dienst erweisen, wenn wir mit niedrigen Lohnabschlüssen zum weiteren Sinken der Kaufkraft beitragen und damit eine Spirale nach unten in Gang setzen." Wimmer stellte klar: "Zurufe aus der Politik waren bei Lohnrunden noch nie sehr dienlich."
(apa/red)