Polizei auf Gran Canaria stoppt Entführung von Passagierjet: Unklarheit über Verletzte

Maschine kam aus Mauretanien, es fielen Schüsse

Passagiere haben einen bewaffneten Mann überwältigt, der ein mauretanisches Flugzeug auf die Kanarischen Inseln entführt hatte. Der Luftpirat wurde anschließend von der Polizei festgenommen, wie eine Sprecherin des spanischen Innenministeriums erklärte. An Bord der Boeing 737 waren insgesamt 71 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. 21 von ihnen wurden nach Polizeiangaben wegen leichter Verletzungen ärztlich behandelt.

Den Angaben zufolge kam die Maschine aus der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott und sollte nach Nouadhibou im Norden des westafrikanischen Landes fliegen. Sie wurde jedoch auf die Kanaren umdirigiert, wo sie auf dem Militärflughafen von Gran Canaria landete. Dort wurde sie sofort von der paramilitärischen Guardia Civil umstellt. Air Mauritania erklärte, der Luftpirat habe nach Frankreich fliegen wollen. Dafür hätte der Treibstoff jedoch nicht ausgereicht.

Nach Angaben der mauretanischen Polizei handelte es sich bei dem Entführer um einen Marokkaner aus Westsahara, der nach Frankreich auswandern wollte. Er wollte dort um politisches Asyl ansuchen, habe aber nicht aus terroristischen Motiven gehandelt. Der Mann habe mehrfach versucht, in der französischen Botschaft in Nouakchott ein Visum zu erhalten.

Die marokkanische Nachrichtenagentur MAP meldete, der Mann habe eine Landung in Marokko angestrebt, was die dortigen Behörden jedoch verweigert hätten. Nach Angaben der mauretanischen Behörden brachte der Luftpirat die Maschine am späten Nachmittag auf einem Inlandsflug kurz nach ihrem Start vom Flughafen der Hauptstadt Nouakchott in seine Gewalt.

Nachdem die marokkanischen Behörden eine Zwischenlandung der Boeing zum Auftanken in der West-Sahara verweigerten, landete sie schließlich auf einer Militärpiste des Flughafens von Las Palmas. Noch während der Landung konnte die Besatzung den Luftpiraten überwältigen und ihn dann der Polizei übergeben.
(APA/red)